Die Sanierung der Haarer Leibstraße sorgt für weiteren Diskussionsstoff. Diesmal geht es um die sogenannte Postwiese im Bereich Waldluststraße/Ludwig-Thoma-Straße, die bislang als Bolzplatz und Treffpunkt genutzt wurde. Die Fläche wird künftig als Baustellenlager für die bis Ende 2028 laufenden Arbeiten an der Leibstraße genutzt. Wie bereits berichtet, sorgt die bis Ende 2028 laufende Sanierung der Leibstraße derzeit an mehreren Stellen für Kritik – vor allem wegen der geplanten Vollsperrungen während der einzelnen Bauabschnitte. Zuvor hatten bereits Gewerbetreibende, Eigentümer und Anwohner die geplanten Vollsperrungen während der einzelnen Bauabschnitte kritisiert. Nun melden sich Bewohner einer Hochhaussiedlung, die kritisieren, dass Kindern und Jugendlichen mit dem Bolzplatz einer der wenigen frei zugänglichen Treffpunkte verloren gehe. Für sie sei die Entscheidung überraschend gekommen, zumal sich die Postwiese auf der anderen Seite der Wasserburger Straße befindet als die Leibstraße.
Auf Nachfrage von B304.de verteidigt die Stadt Haar die Standortwahl. Die Postwiese sei die nächstgelegene ausreichend große Fläche in städtischem Eigentum, die für den gesamten Zeitraum zur Verfügung stehe. Andere Standorte seien geprüft, aber verworfen worden. Als Gründe nennt die Gemeinde die fehlende Verfügbarkeit, die größere Entfernung zur Baustelle oder bestehende Nutzungen anderer Flächen. So ist der Rodelhügel an der Blumenstraße weiter weg, derzeit anderweitig besetzt und es ist auch nicht sicher, ob diese Fläche während der gesamten Bauzeit von 2,5 Jahren verfügbar ist. Gleiches gilt für den Wieselweg. Und auf der Festwiese finden regelmäßig Veranstaltungen statt.
Fest steht inzwischen auch die Dauer der Einschränkung: Der Bolzplatz wird nach Angaben der Gemeinde bis Ende 2028 nicht nutzbar sein. Die Stadt betont jedoch, dass nicht die gesamte Fläche gesperrt werde. Der Aufenthaltsbereich mit Sitzbank und rund 200 Quadratmetern umliegender Fläche bleibe während der gesamten Bauzeit zugänglich. Auch der Blühstreifen sowie der Bereich auf der Südseite zum Kindergarten hin sollen weiterhin nutzbar bleiben. Als Alternative zum Bolzplatz verweist die Gemeinde auf die bestehende Bolzwiese am Spielplatz an der Waldluststraße.
Die Stadtverwaltung erklärt, dass sie bereits seit rund zwei Wochen auf ihrer Internetseite über die Nutzung der Fläche informiert habe. Inzwischen sei außerdem ein entsprechender Aushang am Bauzaun angebracht worden.
Mit der Nutzung der Postwiese als Baustellenlager werden die Auswirkungen der Leibstraßen-Sanierung auch außerhalb des unmittelbaren Baustellenbereichs sichtbar. Ob die Diskussion damit beendet ist, bleibt abzuwarten. Einige Betroffene fordern weiterhin die Prüfung alternativer Standorte oder zumindest zusätzliche Angebote für Kinder und Jugendliche während der Bauzeit.

