Greifvogel fliegt Jogger an

von Eva Bistrick

Ein Jogger aus Vaterstetten hat am Freitag, 3. Juli, gegen 13 Uhr in Möschenfeld einen ordentlichen Schrecken bekommen: In der Nähe eines Stoppelfeldes wurde er vier Mal gezielt von einem Greifvogel angeflogen. Das Tier sei etwa 40 Zentimeter groß gewesen, berichtete der Mann, der allerdings keine genauen Angaben machen konnte, um was für eine Vogelart es sich gehandelt hat.

Nach Einschätzung des Baldhamer Jägers Martin Kugelmann kommen in der Gegend unter anderem Rotmilane, Mäusebussarde und Habichte vor. Derzeit verteidigen Greifvögel ihre Jungen, die jetzt, Anfang Juli, vom „Nestling“ zum „Ästling“ werden und sich damit zunehmend außerhalb des Nestes bewegen. Kugelmann vermutet, dass sich in der Nähe des Joggers ein Jungtier am Boden befand, das von der Mutter verteidigt wurde. „Die Tiere greifen in der Regel keine Menschen an.“

Das gehäufte Vorkommen von Greifvögeln in der Region führt Kugelmann auf die Fuchsräude zurück. Durch die Krankheit gebe es in Wald und Feld weniger Füchse – und dadurch gleichzeitig mehr Mäuse als Beutetiere. In Richtung Wolfesing befindet sich zudem ein Rotmilan-Horst.

Kugelmann rät, in solchen Situationen ruhig weiterzugehen oder weiterzulaufen. Die Tiere griffen Menschen nicht gezielt an, verteidigten aber ihren Nachwuchs und machen dabei Warnschreie. Gesperrt seien die betroffenen Gebiete für Spaziergänger generell nicht.

Aus gegebenem Anlass richtet Kugelmann einen dringenden Appell an Hundehalter, ihre Tiere auf Wiesen, Feldwegen und im Wald anzuleinen. Am Montag, 29. Juni, sei er erst wieder von der Polizei zu einem Einsatz gerufen worden: Ein Rehkitz war von einem Hund gerissen worden. Die Halterin habe zunächst angegeben, der Hund habe sich von der Leine losgerissen. Tatsächlich sei er jedoch unangeleint gelaufen.

Gerade jetzt seien viele Jungtiere unterwegs, die Gefahren noch nicht einschätzen könnten und kaum eine Chance zur Flucht hätten. Hinzu komme die anhaltende Hitze, die Wildtiere bereits belaste. Ein freilaufender Hund könne für Rehkitze und andere Wildtiere tödlich enden. Leinen schützen Leben!