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Leibstraße: Streit um offenen Brief weitet sich aus

von Eva Bistrick

Die Diskussion um die geplanten Vollsperrungen in der Leibstraße geht in die nächste Runde. Nachdem Bürgermeister Andreas Bukowski am Mittwoch, 17. Juni auf einen offenen Brief von Gewerbetreibenden, Eigentümern und Anwohnern reagiert hatte, gibt es nun Kritik an diesem Schreiben. Die Unterstützer des Briefes fühlen sich von der Stadt Haar nicht ernst genommen und sehen ihr gemeinschaftliches Anliegen auf eine Einzelperson reduziert. Damit dürfte die Debatte um die Leibstraße die Stadtpolitik noch länger beschäftigen. Im Mittelpunkt stehen inzwischen nicht nur die Bauarbeiten selbst, sondern auch der Umgang mit den Sorgen der betroffenen Anlieger.

Wie berichtet, wird die Haarer Leibstraße ab dem 22. Juni umfassend saniert und umgestaltet. Die Arbeiten sollen bis Herbst 2028 dauern und in vier Bauabschnitten erfolgen. Während der jeweiligen Bauphasen werden Teilbereiche der Straße teils über mehrere Monate für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Genau diese Vollsperrungen sorgen bei zahlreichen Gewerbetreibenden, Eigentümern und Anwohnern für Sorgen. Gewerbetreibende berichten, dass ihnen das Ausmaß der Sperrungen in diesem Umfang nicht ausreichend kommuniziert wurde. Viele befürchten Probleme bei Anlieferungen und ausbleibende Kunden, Anwohner sorgen sich um die Erreichbarkeit ihrer Wohnungen und Häuser.

Die Debatte dreht sich mittlerweile um mehr als nur um die geplanten Vollsperrungen. Die Unterstützer des offenen Briefes werfen der Stadt vor, das gemeinschaftliche Anliegen auf eine einzelne Person zu reduzieren und so kleinzumachen. Tatsächlich wurde das Schreiben von mehreren Betroffenen getragen und lediglich durch eine Mittlerin, die selbst nicht vom Umbau betroffen ist, an die Stadt Haar und die Lokalpresse übermittelt. Dadurch, so die heutige Kritik, entstehe der Eindruck, es handle sich um das Anliegen einer einzelnen Person. Tatsächlich sei der offene Brief von 48 Gewerbetreibenden, Eigentümern und Anwohnern getragen worden. Inzwischen ist die Zahl der Unterstützer auf 57 angewachsen.

Bürgermeister Andreas Bukowksi (CSU) hatte in seiner Stellungnahme die Vorwürfe mangelnder Information zurückgewiesen und auf zahlreiche Informationsangebote in den vergangenen Jahren verwiesen. Zudem betonte er, dass Geschäfte, Praxen und Dienstleister während der Bauzeit erreichbar bleiben sollen und für Lieferverkehr, Entsorgung sowie mobilitätseingeschränkte Personen individuelle Lösungen vorgesehen seien.