“Aus polizeilicher Sicht ist die Welt in Ordnung”

von Markus Bistrick

Wenn die Polizei Haar für die Gemeinde Grasbrunn Bilanz zieht, dann spricht sie gerne von Spitzenwerten – im positiven Sinne. Denn die Anzahl der Straftaten bezogen auf 1000 Einwohner, die sogenannte Häufigkeitsziffer, entspricht im Gemeindegebiet 23,7. Zum Vergleich: In München selbst liegt sie bei 71,5 und bayernweit bei 49,8. Zur Entwicklung der Kriminalität wie zur Situation  des Straßenverkehrs in den ersten neun Monaten 2013 hat sich der stellvertretende Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Haar, Polizeihauptkommissar Josef Trenkler, gestern Abend im Detail geäußert.

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Polizeihauptkommissar Josef Trenkler, stellvertretender Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Haar, zieht Bilanz. (Foto: B304.de)

Im Vergleich zum Vorjahr sind in der Gemeinde Grasbrunn in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres die Zahl der Einbrüche von 17 auf 10 gesunken, die einfachen Diebstähle von 15 auf 20 und Körperverletzungen von 8 auf 17 gestiegen. Sachbeschädigungen haben sich verdoppelt (von 12 auf 24) und auch Betrugssachen wurden etwas häufiger registriert (21 auf 26). Doch im direkten Vergleich zum gesamten Landkreis München oder etwa zur Landeshauptstadt München ist das fast schon nicht der Rede wert. Nur ein Beispiel: Die Zahl der Fahrraddiebstähle ist von 5 auf 2 gesunken – in der Nachbargemeinde Vaterstetten sind alleine in den vergangenen drei Wochen drei Fahrräder am S-Bahnhof Baldham gestohlen worden.

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Die Entwicklung der Straftaten pro 1000 Einwohner (Häufigkeitsziffer). Der Landkreis München (grüne Linie), der Freistaat Bayern (gelbe Linie), die Landeshauptstadt München (rote Linie) und ganz unten die Gemeinde Grasbrunn (blaue Linie). (Foto: B304.de)

“Die Gemeinde Grasbrunn ist von den vier von uns betreuten Kommunen, die Kommune mit den niedrigsten Fallzahlen”, so Polizeihauptkommissar Josef Trenkler.

Ähnlich verhält es sich bei den Verkehrsunfällen: Insgesamt 129 Unfälle wurden seit 1. Januar 2013 bis heute im Gemeindegebiet gezählt mit insgesamt 5 schwer und 30 leicht Verletzten. In 24 Fällen waren es Wildunfälle, bei zwei Unfällen war Alkohol im Spiel. 26 Unfallverursacher flüchteten. Dafür, dass es bislang keinen Schulwegunfall gegeben hat, lobte der stellvertretende Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Haar ausdrücklich den engagierten Einsatz der Schulweghelferinnen und -helfer: “Das ist sicher auch ihr Verdienst!”

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Die Entwicklung der Unfälle seit 2003 in der Gemeinde Grasbrunn. (Foto: B304.de)

Übrigens: Heuer wurde bereits gegen 5 Fahrer eine Anzeige wegen Alkohol am Steuer erstattet, 3 Fahrer standen unter Alkoholeinfluss. 6 Schrottfahrzeuge mussten entfernt werden und bei bislang 8 Geschwindigkeitsmessungen im Gemeindegebiet gab es lediglich 45 Beanstandungen. Die Beanstandungsquote lag bei 3,2 Prozent – “das ist auch ein unterdurchschnittlicher Wert”, sagte Josef Trenkler. Und weiter: “In München liegt die Quote ungefähr zwischen 5 und 6 Prozent.”