Eine Brille kauft man nicht alle Tage. Die erste schon gar nicht. Umso erstaunlicher ist, wie viele Fragen auftauchen, sobald man merkt: Ohne Sehhilfe geht es partout nicht mehr. Denn neuerdings verschwimmt mein Blickfeld beim Lesen von Texten auf dem zugegebenermaßen nicht ganz kleinen Fernseher. Neulich habe ich meine eigene Schwester im Supermarkt in der Distanz nicht erkannt. Vom Fahren bei Nacht und Regen will ich lieber gar nicht sprechen.
Wie gravierend ist meine Sehschwäche eigentlich? Gewöhne ich mich schnell an den Fremdkörper im Gesicht? Sieht man damit tatsächlich sofort besser – oder fühlt sich zunächst alles ungewohnt an? Mir gehen viele Fragen durch den Kopf.
Genau hier setzt die Arbeit von Optik Geith an. Das Fachgeschäft in der Neuen Poststraße in Baldham wurde kürzlich in einem bundesweiten Auswahlverfahren mit dem Deutschen Optik Award 2026 ausgezeichnet. Das Team um Augenoptikermeister Markus Drum überzeugte nach Angaben der Veranstalter mit „hoher Beratungsqualität, Fachkompetenz und persönlichem Kundenservice“. Grundlage der Bewertung waren ein umfangreicher Fragebogen, Mystery-Shopping-Tests und die Analyse des Online-Auftritts.
Was ein Fachmedium prüfen kann, kann ich auch, dachte ich mir – und machte einen Termin bei Markus Drum, um mir dort am 18. Juni meine allererste Brille mit Sehstärke auszusuchen. Denn für die Vermessung und das anschließende Auswählen brauche ich etwas Zeit und will mich in keinem Fall gehetzt fühlen.

Als erstes muss geprüft werden, wie es um meine Sehqualität überhaupt bestellt ist – denn das Glas, durch das ich später schaue, ist das Wichtigste an der Brille. Ich setze mich also ergeben an das Messgerät. Markus Drum erklärt dabei jeden einzelnen Schritt, ich muss nur einen roten Ballon fixieren. Auch mein Augeninnendruck wird dabei gemessen. Für jemanden, der bislang ohne Brille durchs Leben gekommen ist, wird schnell klar: Sehen ist weit komplexer als die einfache Frage nach „gut“ oder „schlecht“. Wir klären alles ab: Brauche ich die Brille ständig oder nur zum Lesen, oder beim Autofahren? Wie funktionieren meine Augen bei der ständigen Bildschirmarbeit? Wie muss das Brillenglas optimalerweise beschaffen sein, damit ich beim Autofahren in der Ferne scharf sehe, aber auch das nahe Cockpit lesen kann? Können Kopfschmerzen mit den Sehwerten zusammenhängen? Und wie schwer darf eine Brille sein, die man am Tag viele Stunden trägt?
Übrigens: Für die üblichen Pkw- und Motorradführerscheinklassen in Deutschland gilt ein Sehtest als bestanden, wenn die zentrale Tagessehschärfe auf jedem Auge mindestens 0,7 beträgt. Wer diese Grenze nicht erreicht, benötigt eine Sehhilfe oder weitere augenärztliche Untersuchungen. In der Schweiz sind für Menschen ab 75 Jahren zudem alle zwei Jahre medizinische Kontrolluntersuchungen vorgesehen. Würde ich heute nochmal den Führerschein machen, wäre ich in Deutschland schlichtweg „raus”.
Nach der Vermessung folgt der Teil, vor dem ich mich am meisten fürchte: die Auswahl einer Fassung, umgangssprachlich „Gestell“. Ich bewundere schöne Brillen an vielen Trägern, doch mich selber mag ich mit Brille eher weniger. Sonnenbrillen sind die große Ausnahme. Doch Markus Drum nimmt mir die Unsicherheit. Ich kann gar nicht so schnell anprobieren, wie er immer wieder neue Modelle präsentiert und mich ermuntert, auch selbst durch die Regale zu stöbern. Dabei erklärt er mir verschiedene Materialien, demonstriert Gewichtsunterschiede und Passform, zeigte Vor- und Nachteile einzelner Modelle auf und half dabei, die Auswahl Schritt für Schritt einzugrenzen. Am Ende hat ein kleines Detail den Ausschlag gegeben – als erklärter Silber-Träger entschied ich mich gegen eine Fassung mit einem Mini-Detail in Gold. Übrigens war es am Ende nicht die teuerste Fassung, die Drum mir empfahl. Das macht für mich ehrliche Beratung aus.
Wer erstmals eine Brille braucht, will sie nicht als lästigen Fremdkörper empfinden. Man möchte sich im Spiegel wiedererkennen. Sie soll möglichst wenig stören – und im besten Fall das Gesicht sogar positiv unterstreichen. Dass viele Kundinnen und Kunden genau diese unaufdringliche Beratung schätzen, dürfte einer von vielen Gründen für die aktuelle Auszeichnung sein. Entsprechend freut sich Geschäftsführer Markus Drum über den Preis: „Wir sind unglaublich stolz“, sagt er. „Es ist eine wunderbare Bestätigung für die tägliche Arbeit unseres gesamten Teams.“
Nach dem Besuch bleibt mir vor allem eine Erkenntnis: Die größte Hürde bei der ersten Brille ist oft nicht die Sehschwäche selbst. Es sind die vielen Fragen, die man vorher nicht hatte – und die Sorge, sich mit der neuen Brille nicht wohlzufühlen. Gute Beratung kann genau diese Sorge nehmen, bevor die Brille zum Alltag wird. Schon in einer Woche kann ich meine neue Brille abholen. Irgendwie freue ich mich darauf.


