Wendels machen ein Fass auf

von Eva Bistrick

Mit der Übernahme des Augustiner Wirtshaus am Platzl hat sich das Ehepaar Wendel aus Neukeferloh jüngst einen Lebenstraum erfüllt. Ausgerechnet jetzt, wo mancher Wirt um die Existenz kämpft, mag sich so mancher denken. Doch für Barbara (49) und Oliver Wendel (51) hat sich mit Corona „eine Tür geöffnet“. Großveranstaltungen, die Oliver als Chef renommierter Caterer belieferte, sind schon länger nicht mehr möglich. Und für Barbara, die nicht nur Hotelfach gelernt hat, sondern auch lange Jahre als Projektleiterin im Catering und Partyservice tätig war, sah es nicht anders aus. Zeit also, etwas Neues zu wagen.

Dass die beiden Gastronomen leidenschaftlich für das ur-bayerische Lokal brennen und mit Leib und Seele Wirtsleute sind, spürt man – auch wenn beide eigentlich „Zuagroaste“ sind. Barbara ist Rheinländerin, Oliver kommt gebürtig aus Hessen – zusammen wohnen sie seit 2005 in Neukeferloh. „München ist unsere Heimat geworden. Unsere beiden Kinder sind hier geboren, unsere Wurzeln sind jetzt hier. Wir lieben die bayerische Kultur und deren Traditionen, wir wollen sie pflegen und weitergeben“, erklärt uns Oliver Wendel. Und ergänzt: „Manche Wirtshäuser werden immer mehr zu Restaurants – wir wollen das nicht. Wir möchten ein offenes und authentisches Wirtshaus für alle  Münchnerinnen und Münchner und alle Gäste bleiben. Herzlich, authentisch, mit Stammtischen, einer sympathischen Willkommenskultur, für Familien und musikantenfreundlich.“

Alle Produkte werden überwiegend von heimischen Bauern und regionalen Händlern bezogen, bei der Auswahl von Lieferanten achten die Wendels auf nachhaltige Anbau- und Aufzuchtmethoden. Natürlich kommen dabei die bayerischen Gaumenfreuden nicht zu kurz: Obatzda, Schweinsbraten, Schnitzel – alles, was es auf einer bayerischen Tafel braucht, und dazu ein kühles Augustiner vom Fass. Auch wenn sich künftig ein paar mehr Alternativen für Vegetarier und Veganer auf der Speisenkarte einfinden sollen. „Wir bleiben fleischlastig, aber wir wollen auch zeitgemäß sein“, so Barbara Wendel. „Vor allem die junge Generation legt immer mehr Wert auf gesunde Ernährung, die natürlich auch schmecken soll.“ Guten Appetit und viel Erfolg!

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