Straßenname: In der Kürze liegt die Würze

von Leon Öttl

Die Stichstraße im neuen Gewerbegebiet nahe der TSV-Halle am ehemaligen Umspannwerk wird künftig „Am Werkhof“ heißen. Das beschloss der Vaterstettener Gemeinderat am Donnerstag.

Die Verwaltung hatte zwei Vorschläge vorgelegt: „Am Werkhof“ und „Gewerbefeld“. Sie sprach sich für die erste Variante aus, da sie einen Bezug zum früheren Umspannwerk herstelle. Zudem sei ein kurzer Straßenname für Gewerbebetriebe von Vorteil, da kurze Adressen die Auffindbarkeit erleichterten.

Von einer Benennung nach Walter Bromberger riet die Verwaltung dagegen ab. Ein entsprechender Straßenname war ursprünglich für ein anderes Baugebiet vorgesehen, der Beschluss wurde jedoch im Mai aufgehoben, nachdem dort statt eines Gewerbegebiets Wohnbebauung entstanden war beziehungsweise entstehen wird. David Göhler (Grüne) brachte daraufhin den Vorschlag ein, stattdessen die neue Stichstraße nach Bromberger zu benennen.

Im Verlauf der Namensfindung wies die Verwaltung darauf hin, dass es im Gemeindegebiet „überaus viele Straßen nach Männern benannt“ gebe. Deshalb seien auch Frauennamen geprüft worden. Diese Idee habe man jedoch wieder verworfen – wegen der Länge der infrage kommenden Namen. Diese seien „unglaublich lang“ gewesen, erklärte man. 

Georg Reitsberger (FW), nach eigener Aussage „für die Ortsgeschichte zuständig“, kritisierte, der Name „Werkhof“ sage über die Ortsgeschichte „ein bisschen wenig“ aus. Er schlug stattdessen „Hartlfeld“ oder „Hartlgrund“ vor – in Anlehnung an Josef Hartl, der das Bauwesen in der Gemeinde maßgeblich vorangetrieben habe. Unter anderem sei auf ihn die Kiesgrube zurückzuführen.

Bauamtleiterin Brigitte Littke verwies jedoch auf die Schwierigkeiten einer Straßenbenennung nach Personen. Dafür müsse zunächst ein Hintergrundcheck erfolgen, etwa hinsichtlich einer möglichen NSDAP-Mitgliedschaft. Zudem sei die Schreibweise des bayerischen Namens ohne e für internationale Geschäftspartner nicht ohne Weiteres eindeutig, was die Auffindbarkeit erschweren könne. Den Vorschlag Reitsbergers wolle die Verwaltung jedoch für künftige Straßenbenennungen vormerken.Für die Bezeichnung „am Werkhof“ stimmte schlussendlich die Mehrheit mit Gegenstimmen der gesamten Fraktion der Freien Wähler