Während München wegen der anhaltenden Trockenheit bereits Wasser spart und öffentliche Brunnen teilweise außer Betrieb nimmt, ist die Lage in Haar, Vaterstetten und Grasbrunn bislang deutlich entspannter. Die Trinkwasserversorgung ist in allen drei Kommunen gesichert, Einschränkungen gibt es derzeit nicht. Dennoch beobachten die zuständigen Versorger die Grundwasserstände und den Verbrauch genau. B304.de hat nachgefragt, wie sich die Trockenheit vor Ort bemerkbar macht – und ob Bürgerinnen und Bürger trotzdem sparsamer mit Wasser umgehen sollten.
Trinkwasserversorgung in Haar gesichert
In Haar wird das Trinkwasser von den Stadtwerken Haar bereitgestellt. „Die Versorgung mit Trinkwasser ist in Haar nach wie vor gesichert“, erklärt Wassermeister Andreas Schmidt. Die Förderbrunnen und die Verbrauchswerte würden kontinuierlich kontrolliert. An heißen Tagen sei allerdings ein deutlicher Anstieg zu erkennen: „Die Gartenbesitzer gießen kräftig, das sehen wir schon.“
Bei Regen gingen die Werte wieder auf ein normales Maß zurück. Die laufende Kontrolle dient auch dazu, ungewöhnliche Verbrauchssprünge zu erkennen, die beispielsweise auf ein Leitungsleck hindeuten könnten.
Vergleichbare Einschränkungen wie in München planen die Stadtwerke Haar derzeit nicht. Sie empfehlen dennoch, Gärten möglichst nur frühmorgens oder abends und nur bei Bedarf zu bewässern. Im Haushalt könne unter anderem durch kürzeres Duschen, Eco-Programme und die Reparatur tropfender Armaturen Wasser gespart werden.
„Jeder Beitrag zählt“, so Schmidt. „Mit einem achtsamen Umgang können wir unsere Grundwasserressourcen auch in trockenen Sommern nachhaltig sichern.“
Vaterstetten plant Wasserschutzkonzept
Die Wasserversorgung in Vaterstetten liegt bei der VE München Ost und dem Wasserverband Baldham. Einschränkungen seien aktuell nicht notwendig, teilt uns Erste Bürgermeisterin Maria Wirnitzer (SPD) mit. Der Grundwasserspiegel gehe jedoch zurück. „Nach Aussagen des Wasserverbands besteht aktuell zwar noch kein Handlungsbedarf für Vaterstetten. Der Grundwasserpegel sinkt aber jeden Monat um 5-10 cm, das bedeutet einen spürbaren Abfall.“
Die Gemeinde will deshalb gemeinsam mit den Wasserversorgern ein Wasserschutzkonzept erarbeiten. Verbindliche Regeln zum Wassersparen sind derzeit nicht geplant.
Die Trockenheit macht sich nach Angaben des Rathauses bereits bei den gemeindlichen Grünflächen bemerkbar. Besonders junge Bäume müssen über mehrere Jahre ausreichend bewässert werden. Dafür kommen unter anderem Wassersäcke zum Einsatz, die das Wasser nach und nach an das Erdreich abgeben.
Neben einem sparsamen Wasserverbrauch seien langfristige Maßnahmen zur Anpassung an Hitze und Trockenheit notwendig. „Aber Wassersparen allein wird nicht genügen, um sich gegen die zunehmenden Temperaturen und die Trockenheit zu wappnen. Hier bedarf es neben akuter auch langfristig angelegter Klimaanpassungsmaßnahmen“, erklärt Wirnitzer.
Während Hitzeperioden empfiehlt die Gemeinde, auf das tägliche Wässern des Rasens, das Neubefüllen von Pools sowie das Waschen oder Abspritzen von Fahrzeugen und Terrassen zu verzichten. Das Rathaus setzt dabei auf die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger.
Grasbrunn beobachtet Wasserstand
Auch Grasbrunn ist von der Sparanordnung der Stadtwerke München nicht betroffen. Nach Angaben von Verena Schlederer, kaufmännische Vorständin der Gemeindewerke Grasbrunn, sind derzeit weder ein ungewöhnlich hoher Wasserverbrauch noch auffällige Abweichungen gegenüber den Vorjahren festzustellen.
„Derzeit ist weder ein erhöhter Wasserverbrauch festzustellen, noch weist der Wasserstand im Vergleich zu den Vorjahren außergewöhnliche Abweichungen auf.“
Seit Jahresbeginn sei allerdings ein kontinuierlicher Rückgang des Wasserstands zu verzeichnen. Einen Anlass für Einschränkungen sieht die Gemeinde aktuell nicht. Die Entwicklung werde jedoch fortlaufend beobachtet.
Sollte der Wasserstand deutlich oder schneller als erwartet sinken, könnte die Gemeinde ausdrücklich zum Wassersparen aufrufen, die Bewässerung öffentlicher Grünflächen reduzieren und öffentliche Schaubrunnen vorübergehend abschalten. Weitere Maßnahmen würden bei Bedarf geprüft.
Unabhängig von der aktuellen Lage empfiehlt die Gemeinde, Regenwasser zum Gießen zu sammeln, Wasch- und Spülmaschinen möglichst nur voll beladen laufen zu lassen und für die Autowäsche bevorzugt eine Waschstraße zu nutzen.
„Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel und eine wertvolle Ressource. Deshalb ist ein bewusster und verantwortungsvoller Umgang damit jederzeit sinnvoll, nicht nur in den Sommermonaten“, so Schlederer.
