Am Abend (30.5.) wurde der Baldhamer Martin Hagen in Berlin zum Generalsekretär der FDP gewählt. 356 von 606 Delegierten (58,75 Prozent) votierten beim 77. Bundesparteitag für den zweifachen Familienvater. Hagen wird trotz des Spitzenamts weiterhin Gemeinderat in Vaterstetten bleiben, das hat der 44-Jährige gegenüber B304.de erklärt. „Auch als Generalsekretär fühle ich mich Vaterstetten verpflichtet!“ Nicht antreten werde er aber sein Amt als Kreisrat im Landkreis Ebersberg. Für ihn rückt Franz Zitzelsberger nach.
Martin Hagen wohnt mit seiner Familie in Baldham und zählt zu den profiliertesten Köpfen der FDP. Der Politikwissenschaftler führte die Liberalen 2018 als Spitzenkandidat zurück in den Bayerischen Landtag und stand dort bis 2023 als Fraktionsvorsitzender an der Spitze der FDP-Landtagsfraktion. Von 2021 bis 2025 war er zudem Landesvorsitzender der FDP Bayern und gehörte mehrere Jahre dem FDP-Bundesvorstand an. Zu den bekanntesten Vorgängern im Amt des FDP-Generalsekretärs zählen Guido Westerwelle oder Christian Lindner.

Der Generalsekretär gilt als politischer und organisatorischer Motor einer Partei. Er koordiniert Wahlkämpfe, organisiert Parteitage, verantwortet die strategische Kommunikation und vertritt die Positionen der Partei oft besonders offensiv nach außen. In der politischen Praxis ist er häufig der engste operative Vertraute des Parteivorsitzenden und eine zentrale Schaltstelle zwischen Parteiführung, Basis und Öffentlichkeit. Neuer Parteichef ist Wolfgang Kubicki. Der 74-Jährige setzte sich in einer Kampfabstimmung mit 59,27 Prozent der Stimmen gegen die Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann durch. Diese hatte völlig überraschend gegen ihn kandidiert.
Kubicki und Hagen müssen jetzt die FDP nicht nur einen, sondern vor allem wieder aufrichten. Denn: Die FDP liegt am Boden. Nicht mehr im Bundestag, nur noch in sieben Landtagen vertreten, in den jüngsten Umfragen bei 3 Prozent.
Politisch steht Hagen für einen wirtschaftsliberalen Kurs mit starkem Fokus auf Bürgerrechte, Marktwirtschaft und staatliche Modernisierung. Innerhalb der FDP gilt er als strategisch versierter Kommunikator und Debattenredner. Nach seinem Ausscheiden aus dem Landtag arbeitet er (noch) als Geschäftsführer der liberal-konservativen Denkfabrik Republik21 (R21) und engagiert sich seit 2020 kommunalpolitisch als einer von zwei FDP-Gemeinderäten in der Gemeinde Vaterstetten.
Neben seiner politischen Laufbahn machte der Vater von zwei Töchtern auch persönliche gesundheitliche Rückschläge öffentlich, darunter zwei Krebserkrankungen, über die er offen sprach.
