Bei der letzten Haarer Stadtratssitzung der laufenden Amtsperiode wurden sieben Stadträte verabschiedet. Zusammen kommen sie auf knapp 100 Jahre kommunalpolitisches Engagement.
Gewürdigt wurden die ausscheidenden Kommunalpolitiker von Bürgermeister Andreas Bukowski, der ihnen jeweils eine Urkunde, eine Erinnerungsmedaille und einen Blumenstrauß überreichte. Neben Worten des Bürgermeisters richteten auch die Fraktionsvorsitzenden einige Worte an die Mitglieder.
Karl-Heinz Bitzer (CSU) ist der dienstjüngste Stadtrat (seit 2022), habe aber nicht weniger Eindrücke hinterlassen, so Bürgermeister Bukowski. Bitzer habe verlässlich „an sachgerechten Entscheidungen“ mitgewirkt und sein Wissen eingebracht – stets fundiert, realistisch und mit „gesundem Menschenverstand“.
Peter Paul Gantzer (SPD) war eine Amtszeit (sechs Jahre) Mitglied des Stadtrats; zuvor gehörte er 40 Jahre dem Landtag an. Er hebe das Niveau der Debatten, so der Bürgermeister, der nach eigener Aussage viel von Gantzer gelernt habe. Dabei sei Bukowski von der „harten Schule“ nicht verschont geblieben, die ihm „ein ordentliches Fell verschafft“ habe. „Ihnen geht es immer um die Sache“, lobte der Bürgermeister.
Ebenfalls eine Amtsperiode war Ulrike Olbrich (Grüne) im Stadtrat tätig. Sie verstehe Politik „als verantwortungsvolle Aufgabe“ und habe dabei immer wieder über den Tellerrand geschaut. Stets habe sie „das große Ganze im Blick“ behalten und auch die Bildungslandschaft der Stadt geprägt.
Olbrichs Fraktionskollege Antonius von Lier schied nach zwölf Jahren aus dem Gremium aus. Als langjähriger Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses sei er „unverzichtbar“ gewesen. Er habe nicht nur Zahlen betrachtet, sondern auch Zusammenhänge erkannt und Spuren hinterlassen. Gerade in Zeiten, in denen Haushalte unter Druck stünden, sei seine Haltung von „unschätzbarem Wert“ für die Kommune gewesen, so Bukowski.
Drei Amtszeiten lang gehörte Thomas Fäth (SPD) dem Stadtrat an. Bukowski bezeichnete ihn als „Teamplayer“, dessen Wirken von einem klaren Blick für die Belange der Einwohner geprägt gewesen sei. „Gelebte Verantwortung“ und Sachorientierung zeichneten ihn aus.
Standing Ovations gab es für Traudl Vater (SPD), die nach 36 Jahren aus dem Gremium ausscheidet. Der Bürgermeister sprach von einem „Lebenswerk im Dienst unserer Stadt“, unter anderem als langjährige Vorsitzende des VdK-Ortsverbandes. Beim Haarer Tisch ist sie seit der ersten Stunde engagiert.
Vaters Wirken reiche weit über das einer Kommunalpolitikerin hinaus; sie sei das „soziale Gewissen unserer Stadt“. Man könne sich eher fragen, wo sie sich nicht eingebracht habe. Sie sei immer dort gewesen, wo sie gebraucht wurde – „Kommunalpolitik im besten Sinne“. Dabei hob der Bürgermeister auch ihren großen Einsatz für die Erinnerungskultur hervor.
Vater, die für ihr soziales Engagement im Jahr 2014 mit der Bezirksmedaille ausgezeichnet wurde, richtete persönliche Worte an die Anwesenden. In dieser Zeit habe sie viel lernen dürfen und viele Menschen kennengelernt. Ihren Dank richtete sie auch an ihren inzwischen verstorbenen Mann, der ihr Wirken stets unterstützt und ihr ermöglicht habe, das Mandat auszufüllen. Für die Zukunft wünschte sie allen, die Verantwortung übernehmen, dass bei den „vielen Arbeiten nie vergessen wird: Es ist für die Menschen, die hier in der Stadt leben.“ – „Dankeschön für alles!“
Verhindert war Apostolos Kotsis (SPD), der nach zwei Amtsperioden aus dem Stadtrat ausscheidet.
Die Amtszeit des derzeitigen Stadtrats endet am heutigen Donnerstag. Ab morgen vertreten dann 23 bisherige und sieben neue Mitglieder die Interessen der Bürgerinnen und Bürger. Daneben ist auch Bürgermeister Bukowski kraft Amtes Teil des Stadtrats.
Die neuen Stadträte:
- CSU: Martina Reuel-Dietrich, Amelie Wieser
- Grüne: Claudia Koller, Ulrike Girardet
- SPD: Raul Würfl
- AfD: Christoph Rätscher, Gerald Radloff
