Ein Stück Raumfahrtgeschichte mit künftigem Heimatstandort in der Gemeinde Vaterstetten: Die deutsche Trägerrakete „Spectrum“ des Raumfahrtunternehmens Isar Aerospace ist am Samstagabend erfolgreich zu ihrem zweiten Testflug gestartet. Um 22.12 Uhr hob die 28 Meter hohe Rakete vom Weltraumbahnhof Andøya in Norwegen ab. Nach Angaben des Unternehmens erreichte sie den Orbit.
Für die Gemeinde Vaterstetten ist der Erfolg besonders interessant: Isar Aerospace baut derzeit im Gewerbegebiet Parsdorf III seine neue Unternehmenszentrale auf. Dort sollen künftig Produktion, Entwicklung und Verwaltung unter einem Dach angesiedelt sein. Der neue Standort umfasst rund 40.000 Quadratmeter und ist auf die Serienproduktion der Spectrum-Raketen ausgelegt.
Beim ersten Testflug im März 2025 war die Spectrum nach rund 30 Sekunden ins Meer gestürzt. Diesmal erreichte sie rund vier Minuten nach dem Start bereits eine Höhe von etwa 100 Kilometern und damit die Grenze zum Weltraum. An Bord befanden sich fünf kleine Forschungssatelliten sowie ein wissenschaftliches Experiment. Ob sämtliche Nutzlasten wie geplant im Orbit ausgesetzt werden konnten, war zunächst noch nicht bestätigt.
Isar Aerospace will mit der Spectrum künftig kleine und mittlere Satelliten ins All bringen – und damit Europas Abhängigkeit von außereuropäischen Anbietern wie SpaceX verringern.