1.300 Gießkannen für Neukeferloh

von Catrin Guntersdorfer

Einen eigenen Garten zu haben ist ein echtes Stück Lebensqualität – doch eben nicht jeder hat so eine
grüne Wohlfühloase. Wie gut, dass es in der Gemeinde viele Verkehrsinseln und Grünflächen gibt. Doch darf ich dort einfach so „garteln“? Wer schon einmal versucht war, selbst am Wegesrand Blumenzwiebeln zu pflanzen oder am Verkehrskreisel mal eben den Rasen zu mähen, sollte jetzt weiterlesen. Denn: Unsere öffentlichen Anlagen werden planvoll gestaltet und gepflegt. Benedikt Kain, Leiter des Bauhofs in Grasbrunn, musste bei unserer Nachfrage schmunzeln: „Wer unbedingt Unkraut zupfen möchte, bitteschön, doch wildes Garteln ist generell nicht erlaubt – dafür gibt es schließlich unsere Pflanzpatenschaften.“ Damit im Ort ein möglichst harmonisches, einheitliches Bild entsteht, kümmern sich im Rahmen dieser viele ehrenamtliche Helfer um unsere Grünflächen. So sorgen in Neukeferloh beispielsweise Angelika und Adolph Fischer dafür, dass es im Ort immer schön blüht.

2018, als es lange so heiß war, war es wirklich ein Knochenjob. 1300 Gießkannen Wasser haben wir geschleppt!“

Angelika Fischer


Seit rund acht Jahren kümmert sich das Ehepaar ehrenamtlich um einige Marterl, die in der Gemeinde aufgestellt sind und vor allem um den Bürgermeister-Wilhelm-Dresel-Park neben den Rathaus. Auch die Marterl am Friedhof, die Blumen am Fußballkreuz und am Posthalterring-Kreuz werden von den Fischers, gerade im Sommer, Tag für Tag liebevoll gehegt und gepflegt. „Mich entspannt die Gartenarbeit und es freut mich einfach, wenn ich beobachten kann, wie alles zu blühen anfängt. Das ist für mich keine wirkliche Arbeit“, erklärt Angelika Fischer ihre Liebe zum Grünen. „Meinen Mann brauche ich vor allem zum Transport der ganzen Pflanzen!“, sagt sie und lacht. „Das würde ich alleine sonst nicht schaffen.”

Insbesondere im Sommer wird dieses Ehrenamt richtig anstrengend: „2018, als es lange so heiß war, war es wirklich ein Knochenjob. 1300 Gießkannen Wasser haben wir geschleppt!“, erinnert sich Angelika Fischer. Ob es auch Tage gibt, an denen sie die Lust am Garteln in Frage stellt? „Wenn wieder mal irgendwer mutwillig Blumen ausgerissen hat, ärgert mich das schon ziemlich und ich denk mir, jetzt mag ich nicht mehr. Doch oft bekommt man auch ein Dankeschön und nette Worte zu hören, von Spaziergängern, die an den Marterln vorbei gehen.“ Das ist für Angelika Fischer Ansporn genug für ihre Arbeit, die unzählige Stunden Zeit in Anspruch nimmt. Selbst im Winter gibt es für die Fischers genug zu tun. „Uns wird nicht langweilig. Schon im Januar fangen wir an, verschiedene Blumen vorzuziehen.“ Gibt es noch einen Tipp für alle, die keinen grünen Daumen haben? Fischer: „Die Liebe zu den Pflanzen ist das A und O, damit sie wirklich gut gedeihen. Und mit den Pflanzen reden hilft auch!“ Sie möchten auch Blüh- bzw. Pflanzpate werden? Die Gemeinden freuen sich immer über Ihre Unterstützung! Am besten wenden Sie sich dazu an den jeweiligen Bauhof.

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