In den kommenden Wochen könnte es auch in den Gemeinden Grasbrunn und Vaterstetten sowie im Stadtgebiet Haar immer wieder leicht vibrieren. Grund dafür sind jedoch keine Erdbeben, sondern gezielte seismische Messungen für das Forschungsprojekt GIGA-M. Seit dem 20. August sind dafür sogenannte Vibrotrucks im Großraum München unterwegs.
Die schweren Spezialfahrzeuge senken etwa alle 25 Meter eine Vibrationsplatte auf den Boden und versetzen den Untergrund für rund eine Minute gezielt in Schwingung. Die dabei erzeugten Wellen werden von Messgeräten aufgezeichnet und sollen ein dreidimensionales Bild der tieferen Gesteinsschichten liefern.
Ziel der Untersuchungen ist es, das Potenzial der Tiefengeothermie genauer zu erfassen. Dabei geht es unter anderem darum, wasserführende Gesteinsschichten und mögliche Thermalwasservorkommen besser zu lokalisieren und damit künftige Geothermieprojekte effizienter planen zu können. Auch Vaterstetten, Grasbrunn und Haar sind Teil der Messkampagne.
Wer sich in unmittelbarer Nähe eines Messpunktes befindet, kann die Vibrationen durchaus wahrnehmen. Die Stadtwerke weisen auf „geringe Auswirkungen vor Ort“ hin: An jedem Messpunkt würden die Arbeiten wenige Minuten dauern. Für Anwohner seien sie meist als leichtes Vibrieren wahrnehmbar – vergleichbar mit einem vorbeifahrenden Zug oder einem Schwertransport. Nach Angaben der Projektverantwortlichen werden jedoch Sicherheitsabstände eingehalten und Erschütterungen in der Nähe von Gebäuden zusätzlich überwacht. Bei Bedarf werde die Leistung reduziert oder ein Messpunkt ausgelassen.
Die Messkampagne soll voraussichtlich bis Dezember dauern. Wann die Vibrotrucks konkret in Vaterstetten und Grasbrunn unterwegs sein werden, steht derzeit noch nicht exakt fest. Der aktuelle Verlauf der Messarbeiten wird auf einer interaktiven Karte unter www. giga-m.de veröffentlicht.