Arzt, engagierter Christ und streitbarer Bürger: Dr. Fritz Bayerlein hat sich über Jahrzehnte für Vaterstetten und seine Menschen eingesetzt. Am 24. August ist das Vaterstettener Urgestein im Alter von 83 Jahren nach einem Herzinfarkt verstorben.
Vaterstetten hat einen Menschen verloren, der den Ort nicht nur sein ganzes Leben lang kannte, sondern ihn an vielen Stellen auch mitgeprägt hat: Dr. Fritz Bayerlein ist in der Nacht zum Montag, 24. August, an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben. Er wurde 83 Jahre alt.
Bayerlein wurde am 27. Juli 1943 als jüngster von drei Söhnen geboren und war tief in Vaterstetten verwurzelt. Schon früh spielte für ihn die katholische Kirche eine wichtige Rolle. Über die katholische Jugend lernte er auch seine spätere Frau Hildegard kennen. Über Jahrzehnte engagierte er sich in der Kirchengemeinde, unter anderem im Pfarrgemeinderat und in der Ökumenengruppe. Auch die Peruhilfe der Vaterstettener Pfarrei lag ihm am Herzen.
Vielen Vaterstettenern dürfte Bayerlein vor allem als Hausarzt in Erinnerung sein. Von 1979 bis 2006 führte er gemeinsam mit dem im Dezember 2021 verstorbenen Dr. Peter von Kutzschenbach eine allgemeinmedizinische Gemeinschaftspraxis in Vaterstetten. Fast drei Jahrzehnte lang war er damit für zahlreiche Familien im Ort medizinischer Ansprechpartner.
Doch Bayerlein mischte sich auch ein, weil ihm die Entwicklung seiner Heimatgemeinde am Herzen lag. Besonders deutlich wurde das beim Streit um die Zukunft der Schule an der Wendelsteinstraße. Als ein Abriss des Gebäudes diskutiert wurde, gehörte Bayerlein zu den Initiatoren der Bürgerinitiative „Zukunft Schule Vaterstetten“. Gemeinsam mit Bernhard Lermann wurde er zu deren Sprecher gewählt. Das Ziel: die Schule erhalten. Mit Erfolg.
Für Bayerlein hatte das Gebäude auch eine ganz persönliche Bedeutung: Er war dort selbst zur Schule gegangen. Gerne erinnerte er sich an eine Schulzeit mit Schiefertafel, Federkiel und Tintenfass – und sogar daran, dass sich die Schüler um den begehrten Tafeldienst gestritten hätten. Später engagierte er sich auch im Förderverein der Grundschule.
Seine Stimme erhob Bayerlein ebenfalls, als um das Jahr 2007 die Pläne für einen Golfplatz rund um Möschenfeld für Diskussionen sorgten. Als Sprecher eines Zusammenschlusses katholischer und evangelischer Kirchengemeinden setzte er sich insbesondere für den Schutz der Wallfahrtskirche St. Ottilie ein. Ihn beschäftigte die Frage, was ein Golfplatz unmittelbar rund um diesen besonderen kirchlichen Ort für dessen Charakter bedeuten würde.
Dass ihm Gemeinschaft und ein gutes Miteinander wichtig waren, zeigte sich noch viele Jahre später. Als 2019 zahlreiche Neubürger in das neue Wohngebiet am Ortseingang von Vaterstetten zogen, kam von Bayerlein die Idee für eine besondere Begrüßungsaktion. Ehrenamtliche der evangelischen Petrigemeinde und des katholischen Pfarrverbands klingelten bei rund 150 neuen Haushalten und überreichten nach altem Brauch Brot und Salz. Bayerleins Motivation war ebenso schlicht wie typisch für ihn: „Wir wollten einfach zeigen, dass wir da sind.“
Fritz Bayerlein war jemand, der da war – als Arzt, als Christ, als Nachbar und als Bürger, der sich einmischte, wenn ihm etwas wichtig erschien. Gerade dieses jahrzehntelange Engagement machte ihn zu einem Vaterstettener Urgestein.
Bayerlein hinterlässt seine Frau Hildegard, drei Kinder, fünf Enkelkinder sowie seinen 90-jährigen Bruder Walter.
Die Trauerfeier findet am morgigen Mittwoch (2.9.) um 13 Uhr in der Vaterstettener Pfarrkirche „Zum Kostbaren Blut Christi“ statt. Anschließend wird Fritz Bayerlein auf dem Gemeindefriedhof beigesetzt.