Gemeinde untersucht Ausbaupotenzial des Fernwärmenetzes – Ergebnisse sollen in rund einem Jahr vorliegen
Die Gemeinde Vaterstetten ist in die kommunale Wärmeplanung gestartet. Gemeinsam mit der Energieagentur Ebersberg-München und dem Rosenheimer Institut für nachhaltige Energieversorgung (INEV) soll untersucht werden, wie Gebäude in den einzelnen Ortsteilen künftig möglichst klimafreundlich mit Wärme versorgt werden können.
Eine wichtige Grundlage ist das bereits bestehende Fernwärmenetz der Gemeindewerke Vaterstetten, das kontinuierlich erweitert wird. Die Wärme entsteht derzeit überwiegend durch Kraft-Wärme-Kopplung. Ergänzt wird die Versorgung bereits durch erneuerbare Energie aus einer Biogasanlage. Langfristig soll der Anteil erneuerbarer Energien weiter steigen. Eine zentrale Rolle könnte dabei die geplante Geothermieanlage spielen.
„Das sind gute Voraussetzungen für eine nachhaltige Wärmeversorgung. Jetzt gilt es, das bestehende Potenzial für eine positive Weiterentwicklung auszuloten“, erklärt Katja Finkenzeller von der Energieagentur Ebersberg-München.

Die Wärmeplanung soll etwa ein Jahr dauern. Anschließend soll für jeden Ortsteil erkennbar sein, welche Form der Wärmeversorgung grundsätzlich infrage kommt und in welchen Gebieten ein weiterer Ausbau des Fernwärmenetzes sinnvoll sein könnte.
Gleichzeitig wird geprüft, ob es Bereiche gibt, in denen auch künftig nur dezentrale Lösungen möglich sein werden – beispielsweise eine eigene Heizungsanlage im Gebäude. Darauf weist Tobias Aschwer, Leiter des Umweltamts und Klimaschutzmanager der Gemeinde, hin.
Die kommunale Wärmeplanung dient dabei zunächst als strategische Orientierung. Sie verpflichtet weder Hauseigentümer zu einer bestimmten Heizungsart noch legt sie konkrete Baumaßnahmen der Gemeinde verbindlich fest.
„Die kommunale Wärmeplanung zeigt Möglichkeiten der Wärmewende auf“, betont INEV-Mitarbeiterin Lea Schmidtke. Die Umsetzung müsse später gemeinsam mit der Gemeinde sowie den Bürgerinnen und Bürgern erfolgen und sich auch an den jeweiligen finanziellen Möglichkeiten orientieren.
In die Untersuchung sollen zudem örtliche Wärmequellen einbezogen werden. Unternehmen, landwirtschaftliche Betriebe und weitere Akteure, die möglicherweise nutzbare Abwärme oder andere Wärmepotenziale zur Verfügung stellen können, sind deshalb aufgerufen, sich zu melden.
Auch Bürgerinnen und Bürger, die bereits Erfahrungen mit klimafreundlichen Heizsystemen gesammelt haben oder eine energetische Sanierung planen, können sich an die Energieagentur Ebersberg-München wenden.
