Haushalt: düstere Aussichten

von Leon Öttl

Neuer, trauriger Rekord: 106,6 Millionen Euro umfasst der neue Haushalt der Gemeinde Vaterstetten – das sind rund 8 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Die Schulden steigen auf 27 Millionen Euro – das entspricht 1.084 Euro je Einwohner. Doch damit nicht genug: Man geht davon aus, dass der Schuldenstand bis Ende des Jahrzehnts bei knapp 49 Millionen Euro liegt. Trotzdem nennt CSU-Fraktionschef Michael Niebler den Haushalt 2026 einen „Wohlfühlhaushalt“ – angesichts der möglichen Haushalte der kommenden Jahre. 

17,7 Millionen Euro zahlt die Gemeinde für die Kinderbetreuung, 13,8 Millionen Euro kostet das eigene Personal. 23,8 Millionen Euro muss die Kommune an den Landkreis abdrücken, das nennt sich Kreisumlage. Mit 28,42 Prozent ist der Anteil an den Gesamtausgaben knapp 3 Prozentpunkte höher als im Vorjahr – aus Sicht des Kämmerers Markus Porombka kritisch: „wenn da 30% steht, wird es schwierig“.

 Wichtigste Einnahmequellen sind mit 28 Millionen Euro die Einkommenssteuer, gefolgt von der Gewerbesteuer. Und die ist in Vaterstetten seit Jahren viel zu niedrig. Man rechnet mit 13 Millionen Euro. Zum Vergleich: 2024 gab es viele Nachzahlungen, die Gemeinde nahm deshalb 17,5 Millionen Euro Gewerbesteuer ein. „Der Rekordwert fällt uns auf die Füße“, so  Porombka – denn die Schlüsselzuweisung, also die Ausgleichszahlung vom Freistaat Bayern, in Höhe von rund 2,8 Millionen Euro, entfällt heuer komplett.

„Kaum noch Spielraum“ für Wunschprojekte bleibe da, so Klaus Willenberg (FDP). „Rentierliche“ Schulden solle man sich genauer anschauen: man lüge sich „mit dieser Vorgehensweise in die Tasche“. Angesichts der knappen Kassen wird „die Luft immer dünner“, so Sepp Mittermeier (SPD), der beklagte, dass der mit dem Gewerbegebiet Parsdorf III nördlich der A94 angekündigte „Sechser im Lotto“ noch nicht „zur Auszahlung gekommen“ sei. Ein besonderes Augenmerk solle man daher bei der Ansiedlung von Betrieben auf das neue Gewerbegebiet Vaterstetten Ost (zwischen Norma und Penny) richten.

Dem entgegnete CSU-Fraktionschef Michael Niebler, dass in Parsdorf 3 der größte Gewerbesteuerzahler der Gemeinde sitze. „Auf mittlere Sicht“ könne das Gebiet „der große Wurf“ werden, dafür gebe es „hoffnungsvolle Anzeichen“. Die Auftragsbücher seien gefüllt, er sei froh über das Gewerbegebiet. Wie sich die finanzielle Lage der Gemeinde entwickelt, hänge stark von der Entwicklung bei der Gewerbesteuer ab.