Schlange im Schacht

von Eva Bistrick

Mit einer Schlange im Lichtschacht rechnet man wohl eher nicht. Genau diesen Fund machte jedoch eine Bewohnerin eines Einfamilienhauses in Neufarn am Donnerstag, 20. August. Weil sie sich nicht selbst zu helfen wusste, alarmierte sie gegen 13.45 Uhr über die Leitstelle die Feuerwehr.

Wie die Freiwillige Feuerwehr Neufarn berichtet, schickte der Kommandant kurzerhand zwei Kameraden zu der gemeldeten Adresse. Sie konnten die Ringelnatter aus dem Lichtschacht befreien und brachten das Tier anschließend in ein angrenzendes Waldgebiet. Dort wurde die Schlange wieder freigelassen. Für die Feuerwehr war es ein kurzer und unkomplizierter Einsatz.

So holten die Feuerwehrler die Schlange behutsam aus dem Schacht (Foto: Feuerwehr Neufarn/Instagram)

Für Menschen ungefährlich

Auch wenn der Anblick einer Schlange unmittelbar am Haus zunächst erschrecken kann: Von einer Ringelnatter geht für Menschen keine Gefahr aus. Die heimische Schlangenart ist ungiftig und ausgesprochen scheu. Bei Gefahr versucht sie normalerweise zu fliehen. Nur wenn sie sich massiv bedrängt fühlt, kann sie zischen, sich tot stellen oder ein übel riechendes Sekret absondern. Bisse kommen äußerst selten vor und sind in der Regel harmlos.

Erkennen lässt sich die Ringelnatter vor allem an den beiden hellen, häufig gelblichen halbmondförmigen Flecken am Hinterkopf. Ausgewachsene Tiere werden meist etwa einen Meter lang. Ringelnattern sind gute Schwimmer und ernähren sich vor allem von Fröschen, Kröten und anderen Amphibien.

Auch in Gärten anzutreffen

Ringelnattern sind in weiten Teilen Bayerns verbreitet. Bevorzugt leben sie an Teichen, Bächen, Seen und anderen Feuchtgebieten. Sie können aber ebenso an Waldrändern, auf Brachflächen und in Hausgärten auftauchen – insbesondere dann, wenn sich in der Nähe Gewässer oder andere naturnahe Lebensräume befinden. Kompost-, Laub- und Asthaufen dienen ihnen als Versteck, Winterquartier oder Platz für die Eiablage.

Obwohl die Ringelnatter vergleichsweise weit verbreitet ist, wird sie in der Roten Liste Bayerns als gefährdet geführt. Zu schaffen machen ihr vor allem der Verlust von Feuchtgebieten und anderen geeigneten Lebensräumen. Das Bayerische Landesamt für Umwelt empfiehlt, Lichtschächte feinmaschig abzudecken oder mit einer Ausstiegshilfe zu versehen. So lässt sich verhindern, dass Reptilien hineinfallen und sich nicht mehr selbst befreien können.

Die Ringelnatter konnte aus dem Schacht befreit werden und im angrenzenden Waldgebiet freigelassen werden. (Foto: Feuerwehr Neufarn/Instagram)