Robotics-Team auf Erfolgskurs!

von Catrin Guntersdorfer

Das Humboldt-Gymnasium Vaterstetten (HGV) ist beim Deutschlandfinale der “World Robot Olympiad” vertreten! Beim Regionalwettbewerb vergangene Woche konnten sich Aaron Biedermann, Johannes Harlfinger (beide 6F) und Lorenz Onken (7F) in Germering gegen starke Konkurrenz aus dem Münchner Umland durchsetzen — und qualifizierten sich damit für das Deutschlandfinale am 19. und 20. Juni in Trier.

Die WRO ist ein internationaler Roboterwettbewerb für Kinder und Jugendliche. Wochen- und monatelang tüftelten die Teams an ihren Robotern, programmierten Bewegungsabläufe und trainierten knifflige Missionen. Dabei mussten die Roboter innerhalb weniger Minuten Aufgaben lösen, Gegenstände transportieren und sogar Überraschungsaufgaben meistern.

So sieht der Roboter des Gewinner-Teams aus. (Foto: Catrin Guntersdorfer)

Das Siegerteam vom HGV überzeugte mit Kreativität, Präzision und starken Nerven. Ihr Roboter sammelte selbstständig Lego-Objekte ein, transportierte sie an die richtigen Orte und meisterte alle Aufgaben in beeindruckender Geschwindigkeit. Besonders bemerkenswert: Die Teams hatten nur wenige Minuten Zeit, um ihre Missionen erfolgreich abzuschließen — jeder Fehler kostete wertvolle Punkte.

“Unsere zwei Teams in der schwierigeren RoboMission Junior Kategorie haben sich sehr tapfer geschlagen. Am Nachmittag mussten sie spontan 4 Tagesaufgaben lösen, die im Vorfeld nicht vorbereitet waren. Da haben sie sehr viel Geschick und Kreativität bewiesen”, freut sich Olga Teider, Lehrerin am HGV und eine der Betreuerinnen der Teams.

Auf dem “Spielfeld” muss der Roboter verschiedene Arbeiten verrichten und zeigen, was er kann. (Foto: Catrin Guntersdorfer/B304.de)

„Es ist alles aus Lego gebaut und dazu kommen noch kleine Motoren“, erklärt Aaron begeistert. “Alle Roboter bei dem Wettbewerb sah völlig unterschiedlich aus!” Der entwickelte Roboter der drei Tüftler kann sich selbstständig fortbewegen, Greifarme einsetzen und sogar Farben erkennen. Dass aus einfachen Lego-Bausteinen solch komplexe Maschinen entstehen können, sorgte auch bei den Zuschauerinnen und Zuschauern am Wettbewerbstag für Staunen.

Seit zwei Jahren im Roboter-Team am HGV ist auch Lorenz: „Nach einem Einsteigerkurs kann man dann bei einem Fortgeschrittenen-Kurs mitmachen, in dem man lernt, wie man einen funktionstüchtigen Roboter baut, der auch richtige Aufträge ausführt.“ Dabei geht es längst nicht nur ums Bauen: Programmieren, Problemlösen, Teamarbeit und kreatives Denken spielen eine genauso wichtige Rolle. “Die Computer- und technikbegeisterten Kids müssen miteinander produktiv kooperieren, was die Kommunikationsfähigkeiten fördert. Das kann nicht zuhause mit einem eigenen, zumal teuren, Roboter-Set geschehen. Dafür ist eine Interessengemeinschaft wichtig. Die Kinder streiten zwar viel miteinander, aber lernen sich für eine gemeinsame Sache zu einigen, so dass aus Nerds Freunde werden”, so Olga Teider.

In Germering beim Regionalwettbewerb. (Foto: Olga Teider)

Besonders spannend bei der Teilnahme am Wettbewerb: Neben den vorbereiteten Saison-Aufgaben wartet am Wettbewerbstag auch noch eine spontane Zusatzmission auf die Teams. „Es gibt eine Saison-Aufgabe, mit der man sich im Vorfeld beschäftigt und dann noch eine Tagesaufgabe, die man am Wettbewerbstag lösen muss“, erklärt Johannes. Gerade diese Überraschungsaufgaben verlangen viel Konzentration, Flexibilität und starke Nerven.

In Germering beim Regionalwettbewerb. (Foto: Olga Teider)

„Es waren beim Wettbewerb schon etwa 90 Prozent Jungs vertreten. Aber dafür haben wir an unserer Schule zwei weibliche Coachinnen!“, freut sich die Informatiklehrerin Eva Rottenwalter. Gemeinsam mit Olga Teider leitet sie mit viel Engagement den Robotics-Nachwuchs am Humboldt-Gymnasium. Aber auch der Förderverein der Schule steht hinter dem Roboter-Projekt, wie Schulleiterin Sabine Schwaiger versichert: “Sowohl für die Fahrt zu den Wettbewerben, als auch beim Kauf der Materialien bekommen wir hier großzügige Unterstützung, ohne die solche Aktionen nicht möglich wären.”

Auch die anderen Teams des HGV zeigten in den anspruchsvollen Wettbewerben starke Leistungen und bewiesen großes technisches Geschick und Kreativität. Für viele Schülerinnen und Schüler war der Wettbewerb nicht nur eine Herausforderung, sondern vor allem auch ein riesiger Spaß — und die Begeisterung für Robotik ist nach diesem Erfolg größer denn je.

Nun heißt es: Auf nach Trier! Dort treffen die besten Teams Deutschlands aufeinander und kämpfen um die Qualifikation für das Europa- und Weltfinale. Das Humboldt-Gymnasium Vaterstetten ist bereit und wir drücken die Daumen!

Johannes, Lorenz und Aaron (vorne von li. nach re.) werden das HGV in Trier vertreten. Schulleiterin Sabine Schwaiger, Lehrerin Eva Rottenwalter, Sabine Pillau, Förderverein am HGV und Lehrerin Olga Teider (hinten von li. nach re.) (Foto: Catrin Guntersdorfer/B304.de)