Für das geplante Gewerbegebiet auf der Finck-Wiese an B304 und B471 wurde vergangene Woche vom Haarer Stadtrat in seiner letzten Sitzung vor der neuen Wahlperiode ein Rahmenplan beschlossen. Er soll Grundlage für den aufzustellenden Bebauungsplan sein – der ist erforderlich, damit bei einer konkreten Anfrage eines Interessenten nicht lange geplant werden muss, sondern relativ schnell gebaut werden kann.
Vorausgegangen waren zwei Bürger-Workshops, in denen Anregungen gesammelt wurden. Diese wurden anschließend von den Planern und der Verwaltung gesichtet und gewürdigt. Viele der Anregungen finden sich im Rahmenplan wieder.
So ist etwa ein Mobility Hub mit E-Ladesäulen vorgesehen. Zudem sind „Flächen mit hoher Aufenthaltsqualität“ geplant; bei entsprechendem Mietinteresse wäre auch eine Gastronomie möglich. Eine Absage gab es für einen Campingplatz, da er „nicht den Zielen der Stadt zur Entwicklung“ eines Gewerbegebiets entspreche. Auch ein Spielplatz sei nicht erforderlich und fand keine Berücksichtigung.
Im Stadtrat stieß der Plan auf gemischte Reaktionen. Ulrich Leiner (Grüne) dankte der Verwaltung und nannte den Rahmenplan „effizient und strukturiert“; er sei ein „unverzichtbarer Zwischenschritt“. Dennoch habe man in der Grünen-Fraktion grundsätzlich andere Vorstellungen. Leiner sprach von einer „vertanen Chance“, da die Fläche im Süden des Grundstücks nicht beplant wurde, etwa um bezahlbares Wohnen zu schaffen. Dennoch seien einige Punkte „nicht gänzlich falsch“ – etwa das Mobilitätskonzept, das mit guter Bürgerbeteiligung entstanden sei, sowie die Erfüllung von Nachhaltigkeitskriterien. Man stimme daher zu, „auch wenn dieses große Aber nach wie vor im Raum steht“, so der Grünen-Politiker.
Die SPD hingegen lehnte den Plan ab, was wenig überraschend sei, so Fraktionsvorsitzender Thomas Fäth. Die Sozialdemokraten störe die Vorgehensweise: Man solle die Planungen erst vorantreiben, wenn man wisse, welches Unternehmen sich konkret für eine Ansiedlung interessiere.
Dem entgegnete CSU-Fraktionsvorsitzender Dietrich Keymer, dass man nicht die Zeit habe, erst nach Nutzern zu suchen, um dann mit dem Bauleitplanverfahren „von null aus“ zu beginnen. Man habe bereits entsprechende „Erfahrungen machen müssen, die nicht erfolgreich waren“, so Keymer. Daraus müsse man lernen. Die von Leiner angesprochene Planung im südlichen Teil der Fläche wäre „ein absolut dramatischer Fehler“ und ein „erschreckender Verstoß gegen die Interessen der Stadt und Bürgerschaft“, denn nur dann könne man auch möglichen Expansionsplänen der sich ansiedelnden Unternehmen gerecht werden.
Der Rahmenplan wurde mit den Gegenstimmen der SPD beschlossen. Es folgt die Aufstellung eines Bebauungsplans, der unter anderem festsetzt, wo auf der Finckwiese gebaut werden darf und in welchem Ausmaß. Bei einem Ansiedlungswunsch eines Unternehmens möchte man so eine schnelle Umsetzung gewährleisten.
