Radweg zwischen Baldham Dorf und Purfing nimmt Gestalt an

von Leon Öttl

Der geplante Geh- und Radweg zwischen Baldham Dorf und Purfing hat eine wichtige Hürde genommen: Der Gemeinderat sprach sich einstimmig für eine Trassenführung nördlich der bestehenden Straße aus.

Einer Entscheidung vorausgegangen war die Untersuchung verschiedener Varianten durch ein Ingenieurbüro. Dabei erwies sich eine Trasse nördlich der bestehenden Straße als beste Lösung. Um die Kreisstraße am Reiterhof sicher zu überqueren, könnte dort ein Kreisverkehr gebaut werden. 

Auch bei den Eigentümern stößt dieser Vorschlag auf mehr Zustimmung als ein südlicher Streckenverlauf. 21 Eigentümer sind insgesamt betroffen: Vier sind einverstanden, sieben möchten ihre Grundstücke allerdings nur zu einem höheren Preis verkaufen. Von zehn Eigentümern liegt aktuell noch keine Rückmeldung vor. Sollte sich keine Einigung erzielen lassen, wäre als ultima ratio auch eine Enteignung möglich.

Der rund 2,1 Kilometer lange und 2,5 Meter breite Geh- und Radweg wird auf rund drei Millionen Euro geschätzt. Bei einer Förderung von bis zu 75 Prozent verbliebe ein Eigenanteil von etwa einer Million Euro. Nicht enthalten sind dabei die Kosten für die Querung der Kreisstraße. Diese müssten sich Landkreis und Gemeinde teilen; nach Einschätzung der Bauverwaltung müsste die Gemeinde rund 45 Prozent übernehmen. Bürgermeisterin Maria Wirnitzer (SPD) betonte allerdings, dass noch offen sei, ob die Querung als Kreisverkehr oder in anderer Form umgesetzt werde. Offen ist außerdem, ob der Weg später eine Beleuchtung erhalten soll.

Für Diskussionen sorgte in der Gemeinderatssitzung der Antrag von Stefan Ruoff (Grüne), bei der Planung bestehende Eichen zu berücksichtigen und den Geh- und Radweg um die Bäume herum zu bauen. Ingenieur Richard Schmidt betonte, dass eine Planung mit Umfahrung der bestehenden alten Eichen „nicht einfach“ werde. Konkret geht es um drei Stellen entlang des Weges. Schmaler gestalten sollte man den Weg im Bereich der Bäume nicht, antwortete Schmidt auf Nachfrage von Sonja Kiran (FW). Denn 2,50 Meter seien bereits die Mindestbreite für Radwege.

Die SPD brachte eine alternative Trassenführung im Bereich des Parkplatzes des Klimaschutzpfades ins Spiel. Demnach könnte der Weg am nördlichen Waldrand vorbeiführen und so die Eichen umgehen. Das würde gleichzeitig für mehr Verkehrssicherheit sorgen, da viele Autos in den Parkplatz ein- und ausfahren, so Josef Mittermeier. 

„Wir würden nicht empfehlen, auf Bäume zu reagieren“, erklärte Bauamtsleiterin Brigitte Littke. Dies würde das Verfahren verkomplizieren. Die gemeindliche Baumschutzverordnung greife sowieso nicht, da man sich im Waldbereich befindet: „Für uns wäre wichtig, dass wir in diesem Verfahren keine Probleme kriegen“.

Maximilian Mack (CSU) sei selbst für Baumschutz, doch im Forst sehe er es differenziert. Er habe bereits mit dem Eigentümer der Bäume telefoniert, an einer der drei Stellen sei der Erhalt denkbar. Kein Freund der kurvigen Radwege ist hingegen Macks Fraktionskollege Konrad Rauch, selbst „leidenschaftlicher Radfahrer“. Ihm gehe es in erster Linie um die Sicherheit von Radfahrern: „Ich bin Radfahrer und fahre gern geradeaus“. Zu bedenken gab CSU-Fraktionschef Michael Niebler zudem, dass man sich mit einer Umplanung die Möglichkeit der Enteignung zerschießen könnte. Man dürfe „nur enteignen, was wirklich notwendig ist“. Die Rechtsgrundlage dafür dürfe nicht wackeln, sonst sehe man als Gemeinde „wirklich blöd aus“. 

Im Zuge der Diskussion schwächte Stefan Ruoff seinen Antrag ab: es solle im Zuge der Planungen nun lediglich geprüft werden, ob der Erhalt der Eichen möglich sei. Ein Kompromiss, mit dem die meisten Gemeinderäte gut leben konnten: Dem Ergänzungsantrag stimmte die Mehrheit mit Gegenstimmen von Konrad Rauch und FDP zu. 

Einstimmig sprach sich der Gemeinderat schließlich für die nördliche Trassenführung aus. Als Nächstes soll die Planung bei der Förderstelle eingereicht werden, von der man sich eine Förderung in Höhe von drei Vierteln der Kosten erhofft. Parallel laufen die Gespräche mit den Grundstückseigentümern weiter. Wie die Querung der Kreisstraße letztlich aussehen wird, soll „zu gegebener Zeit“ entschieden werden.