Mammutprojekt macht Fortschritte

von Markus Bistrick

Jetzt steht der endgültige Termin fest: Die Umleitung der B304 über die Ersatzbrücke wird ab Ende August erfolgen. Das hat die Autobahn GmbH heute bei einem Infogespräch vor Ort mitgeteilt. Ab dann wird es auch endlich wieder möglich sein, von der Autobahn kommend zweispurig nach links auf die B304 abzubiegen. Am Wochenende vom 20. bis 22. November wird dann die alte Brücke abgerissen. Während der Arbeiten muss die Autobahn komplett für den Verkehr gesperrt werden.  

Längst spannt sich eine massive Behelfsbrücke parallel zur bestehenden Brücke über die A99. Sie ist der erste sichtbare Meilenstein eines Großprojekts, das in den kommenden Monaten in seine entscheidende Phase geht. Die rund 55 Jahre alte Bestandsbrücke hat das Ende ihrer Lebensdauer erreicht und muss durch einen Neubau ersetzt werden. In einem Pressegespräch erläuterte Michael Kordon, Leiter der Autobahn-Niederlassung Südbayern die Notwendigkeit und den Ablauf der komplexen Baumaßnahme.

Warum ein Neubau unumgänglich ist

Die Brücke, in den 1970er-Jahren erbaut, sei den heutigen Belastungen nicht mehr gewachsen. „Damals war das Verkehrsaufkommen deutlich geringer“, sagte Kordon. Heute queren täglich rund 40.000 Fahrzeuge die Brücke – eine Verkehrsbelastung, die mancherorts sogar Autobahnen aufweisen. Hinzu kommt die jahrzehntelange Einwirkung von Tausalz im Winterdienst, die dem Beton stark zugesetzt hat.

Regelmäßige Prüfungen, die alle Brückenbauwerke in Deutschland durchlaufen, zeigten zunehmende Korrosionsschäden und eine nachlassende Substanz. Nach einer wirtschaftlichen Abwägung zwischen Sanierung und Neubau fiel die Entscheidung klar aus: „Es ist wirtschaftlicher, wenn wir neu bauen“, so Kordon.

Am 6. August informierte die Autobahn GmbH vor Ort über den aktuellen Stand und die weiteren Maßnahmen rund um den Abriss der Brücke der B304 über die A99. Mit dabei war auch Grasbrunns Bürgermeister Sebastian Stüwe (mitte). (Foto: Markus Bistrick / B304.de)

Die logistische Herausforderung: Abriss und Umleitung

Bevor der Neubau beginnen kann, muss die alte, knapp 100 Meter lange Brücke weichen. Dies wird an dem Wochenende um den 20. November geschehen. Für diese „generalstabsmäßig“ geplante Aktion muss die A99 vollständig gesperrt werden. In der Nacht zum Freitag (20.11.) beginnt der Rückbau, bis Montagfrüh soll die Autobahn dann wieder frei sein. „Das ist eine knackige Aufgabe“, heißt es, „aber wir sind gut aufgestellt.“ Eine Sprengung der alten Brücke ist übrigens keine Option, schon deshalb, weil dann das Gebiet in einem Radius von 500 Metern evakuiert werden müsste.

Während der gesamten Bauzeit bis voraussichtlich Ende 2028 wird der gesamte Verkehr der B304 – inklusive des Radverkehrs – ab Ende August über die bereits errichtete Behelfsbrücke geleitet. Um den Verkehrsfluss trotz der Baustelle zu gewährleisten, werden die Fahrspuren beibehalten, die Geschwindigkeit wird jedoch auf voraussichtlich 50 km/h reduziert. „Wir appellieren an die Verkehrsteilnehmer, langsam und vorsichtig zu fahren“, betonte der Niederlassungsleiter.

Kosten, Zeitplan und Lärmschutz für Anwohner

Die Kosten allein für die Errichtung der Behelfsbrücke belaufen sich auf rund vier Millionen Euro. Für das gesamte Projekt werden Kosten in Höhe von etwa 30 Millionen Euro erwartet. Der Hauptauftrag für Abriss und Neubau befindet sich aktuell in der Ausschreibung und soll bis Anfang September vergeben werden.

Ein zentrales Anliegen der Anwohner ist der Lärmschutz. Entlang der Baustelle wird eine temporäre, zwei Meter hohe Holzwand errichtet, die in der kommenden Woche fertiggestellt werden soll. Über eine dauerhafte Lärmschutzlösung muss das Staatliche Bauamt entscheiden, dafür ist die Autobahn GmbH nicht zuständig.

Die neue Brücke und damit auch der Radweg soll übrigens etwas breiter werden als die bisherige.