Eine Woche Aufbau, monatelange Planungen, Nebelmaschinen, Licht, knarzige Soundeffekte und immer neue spooky Details: Zwei Familien in Grasbrunn und Vaterstetten verwandeln ihre Häuser jedes Jahr zu Halloween mit enormem Aufwand in kleine Gruselwelten. Heute Abend ist es wieder so weit.
Ein Kürbis vor der Haustür, ein paar Spinnweben am Fenster – damit ist Halloween für die meisten erledigt. Bei zwei Familien in Grasbrunn und Vaterstetten sieht das etwas anders aus. Dort wird monatelang geplant, gebaut, verkabelt, beleuchtet und dekoriert, bis aus Haus und Garten eine komplette Gruselkulisse geworden ist.
Am Samstag, 31. Oktober, öffnen beide wieder für kleine und große Halloween-Fans: das „Geisterhaus“ von Evelyn Rondagh und Thomas Kraeker in der Möschenfelder Straße 14 in Grasbrunn und das Grusel-Haus von Familie Raab am Luitpoldring 39 in Vaterstetten. Letzteres steht heuer unter dem Motto „Wald der verlorenen Seelen“.
Eine Woche Aufbau – für nur einen Abend
Wie viel Arbeit hinter dem Grasbrunner Geisterhaus steckt, erzählte uns Thomas Kraeker B304.de bereits vor zwei Jahren. Rund eine Woche dauere allein der Aufbau, dafür nehme er sich sogar Urlaub. Mit Halloween beschäftigt sich die Familie allerdings schon wesentlich früher: Bereits im September wird überlegt, was verändert oder ergänzt werden könnte, Fotos aus dem Vorjahr werden ausgewertet und selbst an der Playlist wird wochenlang gefeilt. „Die letzten beiden Wochen vor dem Event sind dann die heiße Phase“, sagt uns Thomas Kraeker.
Angefangen hatte alles wesentlich kleiner. Ursprünglich waren die Halloween-Partys eine Gelegenheit für die eigenen Kinder, zu Beginn des Schuljahres neue Klassenkameraden einzuladen. Von Jahr zu Jahr wurde daraus mehr. Mittlerweile ist die Halloween-Gestaltung zum Familienprojekt geworden.
Auch 2026 wurde wieder weitergebaut und nachgerüstet. Neu ist in diesem Jahr vor allem bewegtes Licht. Zusammen mit der Nebelmaschine soll es am Halloween-Abend für zusätzliche Effekte sorgen. Ein Tarnnetz verhüllt Teile des Hauses, am Auto mit den Skeletten prangen „Highway To Hell“-Schriftzüge, ein zusätzlicher Basslautsprecher sorgt für die entsprechende Geräuschkulisse. Dazu kommen bewegliche Scheinwerfer, Nebel, Beleuchtung und ein großer „Halloween“-Schriftzug aus Holzbrettern an der Gartenhecke.
Zu den Hinguckern der vergangenen Jahre gehörten unter anderem die beleuchtete Burg im Garten, Nebeleffekte und eine besondere Süßigkeiten-Rutsche, die sich die Kraekers extra wegen der durch Corona bedingten Abstandsregeln einfallen ließen. Dass sich der Aufwand herumspricht, zeigte sich schon 2022: Damals kamen am Halloween Abend fast 200 Besucher zum Grasbrunner Geisterhaus. Warum sich die Familie diesen Aufwand Jahr für Jahr antut? Kraekers Antwort fällt ziemlich eindeutig aus: „Wir LIEBEN Partys – und machen gerne Kinder glücklich.“ Außerdem könne man sich dabei „mal so richtig austoben“.
In diesem Jahr verbindet die Familie den Halloween-Spaß außerdem mit einer Spendenaktion für das Ambulante Kinderhospiz München. Für jedes Kind, das am 31. Oktober vorbeikommt, spendet die Familie einen Euro. Besucher können die Aktion zusätzlich mit einer eigenen Spende unterstützen.
Los geht der Spuk traditionell mit Einbruch der Dunkelheit gegen 17 Uhr, gegen 22 Uhr ist Schluss.

„Wald der verlorenen Seelen“ in Vaterstetten
Auch am Luitpoldring 39 in Vaterstetten geht Halloween weit über ein paar Kürbisse und Plastikspinnen hinaus. Christoph Raab verwandelt gemeinsam mit seinen Söhnen Ludwig und Benedikt das eigene Grundstück regelmäßig in eine aufwendig gestaltete Gruselwelt.
2026 steht das Halloween-Haus unter dem Motto „Wald der verlorenen Seelen“. Wer das Grundstück aus den vergangenen Jahren kennt, weiß, dass sich hinter dem Titel nicht lediglich zwei Skelette und ein Plastikgrabstein verbergen. Familie Raab gehört inzwischen ebenso zu den Halloween-Adressen, die sich viele Gruselfans aus der Umgebung für den 31. Oktober merken.
Ganz so stressig, wie es von außen aussieht, sei die Vorbereitung inzwischen allerdings gar nicht mehr, sagt uns Christoph Raab. Viele der Dekorationen und Basteleien sind bereits vorhanden und werden über das Jahr hinweg ergänzt, wenn der Familie eine neue Idee kommt. So werden etwa aus altem Wachs neue Kerzen gegossen. Mit dem Aufbau im Garten haben die Raabs am vergangenen Wochenende begonnen. Dabei soll der Weg durchs Grundstück jedes Jahr ein wenig anders aussehen – deshalb wird vorher aufgebaut, ausprobiert und geprobt.
Ein besonderes Projekt hat sich in diesem Jahr Sohn Ludwig ausgedacht: einen rund 2,5 Meter großen Sensenmann. Daran wurde in den vergangenen Wochen immer wieder „geschraubt, gesägt und geklebt“. Er passe perfekt zum diesjährigen Motto „Wald der verlorenen Seelen“, sagt Christoph Raab. Und dabei bleibt es nicht: Am Halloween-Abend helfen auch einige Freunde der Kinder mit und sollen den Gruselwald zum Leben erwecken. Was die Besucher dort genau erwartet, möchte die Familie noch nicht verraten. Warum sie sich die Arbeit jedes Jahr wieder macht? „Weil wir einfach gerne auch im Garten miteinander was basteln, etwas ausprobieren. Und wenn dann die vielen kleinen und großen Geister, Hexen und Monster durch den Garten laufen und Spaß haben, dann freut es uns.“
Wir wünschen allen Besuchern ganz viel Spaß beim Gruseln und erschreckt-werden!

