Die rund zwölf Meter lange Betonwand am Waldspielplatz am Johann-Hackl-Ring in Grasbrunn soll abgebaut werden. Seit Jahrzehnten wird sie von Jugendlichen als legale Graffiti-Fläche genutzt. Die Gemeinde reagiert damit auf wiederholte Beschwerden von Anwohnern und Eltern.
Der Waldspielplatz in Neukeferloh hat sich in den vergangenen Wochen zu einem beliebten Treffpunkt für Familien entwickelt. Direkt neben dem Spielbereich befindet sich die Betonwand, auf der Jugendliche bislang legal sprayen dürfen.
Nach Angaben der Gemeinde Grasbrunn gingen in den vergangenen Jahren jedoch immer wieder Beschwerden ein. Genannt wurden unter anderem Geruchsbelästigungen durch Sprühfarben sowie zurückgelassene Spraydosen und anderer Müll im Umfeld der Wand.
Die Gemeindeverwaltung hat deshalb beschlossen, die Graffitiwand zurückzubauen. Einen konkreten Termin gibt es noch nicht. Der Abriss soll erfolgen, sobald im Zuge einer anderen gemeindlichen Baumaßnahme ohnehin ein Abbruchunternehmen vor Ort ist. Dadurch sollen Kosten gespart werden. Bis dahin bleibt die Wand bestehen.
Mit dem Rückbau entfällt allerdings auch eine seit Jahrzehnten bestehende legale Graffiti-Fläche für Jugendliche. Ob die Gemeinde an anderer Stelle einen Ersatz schaffen will, geht aus ihrer Mitteilung bislang nicht hervor.
Stattdessen verweist die Kommune auf den Lemon Club im Bürgerhaus Neukeferloh. Der Jugendtreff ist personell wieder vollständig besetzt. Brian Cranford und Emelie Flögel von der Offenen Jugendarbeit sind dort mittwochs, donnerstags und freitags jeweils von 15 bis 19 Uhr für Jugendliche da.
Der Jugendtreff bietet damit zwar einen festen Anlaufpunkt, ersetzt jedoch nicht die bisherige Möglichkeit, Graffiti legal im öffentlichen Raum zu gestalten. Wie die frei werdende Fläche am Waldspielplatz künftig konkret genutzt werden soll, ist ebenfalls noch offen.