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Quelle: Ilona Stelzl

Hühner müssen im Stall bleiben

von Catrin Guntersdorfer

Ab morgen müssen nicht nur die Hühner vor dem Vaterstettener Rathaus im Stall bleiben, sondern auch die Hühner in der Gemeinde Grasbrunn. Dann gilt in den Landkreisen Ebersberg und München als Vorsichtsmaßnahme vor der Geflügelpest bis auf Weiteres die Stallpflicht für alle Geflügeltiere.

“Für uns ist die Stallpflicht ein großes Problem und für die Tiere bedeutet es eine Riesenumstellung”, erklärt Andreas Schmid die Auswirkungen, die die Verordnung auf seinen Betrieb hat. Er hat seinen mobilen Hühnerstall samt „Eier-Haisl“ in Vaterstetten am Rathaus aufgestellt. “Eigentlich sind unsere Hühner nur nachts im Stall und dürfen ab 10 Uhr raus”, so Schmid. Das ist in der nächsten Zeit nicht mehr möglich. “Wir müssen jetzt schauen, welche Alternativen wir schaffen können, eventuell stellen wir ein Vorzelt auf.” Am “Eier-Haisl” können aber weiterhin Eier gekauft werden.

Werden die Freiheit vermissen: die Hühner von Andreas Schmid (Foto: instagram, Andreas Schmid)

Zum Schutz der Geflügelbestände in den Landkreisen Ebersberg und München wird ab morgen, Samstag, 13. März, 0 Uhr, eine Stallpflicht angeordnet. Aufgrund einer Risikobewertung des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, hat das Umweltministerium aktuell diese Verfügung für alle Risikogebiete in Bayern veranlasst – egal, ob in dem entsprechenden Gebieten schon Fälle der Geflügelpest aufgetreten sind oder nicht. Als Grund für die Maßnahme wird die zunehmende Ausbreitung der Geflügelpest in der Wildvogelpopulation genannt. Es besteht die Gefahr, dass sich die Krankheit auch auf Geflügelbestände überträgt. Alle privaten und gewerblichen Halter von Geflügel sind daher ab Samstag verpflichtet, ihre Tiere im Stall zu halten, entweder in geschlossenen Ställen oder unter speziellen Schutzvorrichtungen, die verhindern, dass Wildvögel in Kontakt mit dem Geflügel kommen können.

“Wir werden unsere Hühner wohl in der Maschinenhalle und im Hof unterbringen, damit sie wenigstens etwas Auslauf haben. Schön ist das für die Tiere natürlich nicht”, so Thomas Unterbichler, der in Grasbrunn zwei mobile Hühnerställe hat. “Hätten wir im Umkreis von 3 Kilometern wirklich einen Fall von Geflügelpest, müssten wir alle unsere Hühner keulen und anschließend entsorgen. Die könnten nicht mal mehr als Suppenhuhn Verwendung finden.” Dennoch bleibt der Landwirt optimistisch. “Die Wildvögel, die diese Krankheit übertragen, kommen ja meist in Gewässernähe vor. Ich denke, dass wir da in Grasbrunn nicht ganz so gefährdet sind.”

“Es wird bestimmt nicht mehr lange dauern, dann ziehen die nach!”, mutmaßt er. Auf die Frage, wie lange die Beschränkungen wohl gelten werden, sagt uns Andreas Schmid: “Da gebe ich keine Prognose ab. Wir können nur hoffe, dass das Ganze nicht so lange dauert, wie Corona. Da hatte ich auch nicht gedacht, dass wir ein Jahr später immer noch Regeln zu befolgen haben.”

Foto: Ilona Stelzl