„Der Klang der Harfe ist für mich magisch”

von Catrin Guntersdorfer

Für Maria Pogolski aus Vaterstetten waren die vergangenen Wochen eine Zeit voller Herausforderungen: Abitur, Wettbewerbe, Aufnahmeprüfung für das Musikstudium – vieles kam gleichzeitig zusammen. Umso größer ist nun die Erleichterung. „Ich bin froh, dass jetzt erst einmal alles geschafft ist“, sagt die 19-Jährige. Hinter ihr liegen Monate mit einem enormen Pensum aus Lernen und Üben.

Dabei beschreibt sich die junge Harfenistin selbst gar nicht als besonders durchorganisierten Menschen. „Ich bin keiner, der gerne nach To-do-Listen arbeitet. Ich hab auch früher nie an obsessives Üben gedacht, wie vielleicht manch anderer. Freizeit ist mir nämlich schon auch wichtig, um einen Ausgleich zu haben.“ Trotzdem weiß Maria, wann Konzentration gefragt ist. Als Jungstudentin wird sie bereits an der Hochschule unterrichtet und bereitet sich auf den nächsten Schritt vor: „Nach der Eignungsprüfung werde ich dann hoffentlich gleich mit dem Studium anfangen.” In so einer intensiven Phasen, wie vor Wettbewerben oder Prüfung, sitzt Maria schon ein paar Stunden an ihrem Musikinstrument. Gerade während der Abiturzeit sei das allerdings nicht immer möglich gewesen. Neben dem Üben musste sie sich auch auf Prüfungen in anderen Fächern vorbereiten. Für ihren musikalischen Schwerpunkt wechselte die Musikerin vom Humboldt-Gymnasium Vaterstetten nach der 11. Klasse auf das Luisengymnasium München, wo ein Musik-Leistungskurs angeboten wird.

Im Alter von 10 Jahren entdeckte Maria ihre Liebe zur Harfe. (Foto: privat)

Die Musik begleitet Maria schon ihr ganzes Leben. „Ich bin ganz klar mit Musik aufgewachsen“, erzählt sie. Kein Wunder: Ihr Vater ist Professor an einer Musikhochschule, ihre Mutter Geigerin und Bratscherin. Dennoch habe es in der Familie nie einen Zwang gegeben, selbst ein Instrument zu erlernen. Zur Harfe fand sie im Alter von zehn Jahren, nachdem ihr Begeisterung fürs Klavierspielen nachgelassen hatte und ihre Eltern gemeinsam mit ihr nach einer Alternative suchten. Die Begegnung mit der Harfe wurde zu einem Schlüsselmoment. „Meine Eltern haben mich alle möglichen Instrumente ausprobieren lassen. Bei der Harfe wusste ich aber gleich bei der ersten Schnupperstunde: Dieses Instrument gefällt mir – das möchte ich spielen.“

Bis heute ist diese Faszination ungebrochen. „Der Klang der Harfe hat mich sofort fasziniert. Der ist für mich einfach magisch.“ Gleichzeitig möchte Maria mit einem weit verbreiteten Klischee aufräumen. Viele verbinden das Instrument ausschließlich mit sanften und verträumten Tönen. „Aus einer Harfe kann man alles rausholen. Es gibt vielfältige Programme von Renaissance bis Moderne. Harfe kann auch wirklich laut sein!“

Dass sie ihr Instrument auf höchstem Niveau beherrscht, hat Maria in den vergangenen Jahren immer wieder unter Beweis gestellt. Bereits mehrfach war sie beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ erfolgreich. Auch in diesem Jahr erspielte sie sich einen ersten Preis und setzte damit ihre beeindruckende Wettbewerbsgeschichte fort. Lampenfieber gehört für sie trotz aller Erfahrung weiterhin dazu. Doch sie hat gelernt, damit umzugehen und die Nervosität in positive Energie umzuwandeln.

Musikalische Wettstreite sind für Maria ohnehin mehr als nur Leistungsvergleiche. „Mir gefällt die Teilnahme an Wettbewerben, mich persönlich spornt das an. Ich mag den Ehrgeiz und dass man zeigen kann, was man kann.“ Hin ud wieder gerate sie dabei allerdings an ihre eigenen Grenzen, gibt sie lachend zu: „Manchmal nehm ich mir aber auch zu viel auf einmal vor und frag mich dann, was hab ich mir hier nur angetan.“

Wenn sie nicht musiziert, sucht Maria bewusst nach Ausgleich: Sie trainiert gerne im Fitnessstudio und verbringt Zeit mit Freunden. Nach den intensiven Monaten der Vorbereitung möchte sie nun auch andere Interessen wieder stärker in den Vordergrund rücken. „Nach dem Lernen fürs Abitur muss ich jetzt erst mal wieder etwas finden, was mir sonst noch Spaß macht, da hatte ich in den letzten Monaten wenig Zeit dafür.“

Musikalisch stehen ihr viele Wege offen. Aktuell spielt sie im Bayerischen Landesjugendorchester und sammelt dort wertvolle Erfahrungen im Zusammenspiel mit anderen jungen Musikerinnen und Musikern. Für ihre Zukunft hält sie sich bewusst mehrere Optionen offen. „Ich fände es sehr cool, in einem Orchester Harfe zu spielen und Orchestermusikerin zu sein. Der Gedanke gefällt mir wirklich sehr. Aber auch solo tätig zu sein, kann ich mir durchaus vorstellen.“ Eine endgültige Entscheidung möchte sie noch nicht treffen. „Ich bin einfach gespannt, was auf mich zukommt und lege mich noch nicht fest.“

Wer sich von Maria Pogolskis Können live überzeugen möchte, hat dazu bereits kommenden Donnerstag Gelegenheit: Im Rahmen der Reihe „Marktmusik“ tritt die junge Harfenistin am 25. Juni um 10.15 Uhr in der Pfarrkirche Vaterstetten auf.

(Foto privat)