Quelle: privat

Blaualgen im Fidschi

von b304

Bei Kontrollen sind Cyanobakterien im Heimstettener See nachgewiesen worden. Ein Badeverbot gibt es derzeit nicht, das Gesundheitsamt rät jedoch vorsorglich vom Baden ab. Am Deininger Weiher bleibt das bestehende Badeverbot dagegen weiterhin in Kraft.

Bei der routinemäßigen Überwachung der Badeseen im Landkreis München sind nun auch im Heimstettener See Anzeichen für eine verstärkte Entwicklung von Blaualgen festgestellt worden. Wie das Gesundheitsamt München Land mitteilt, konnten in einer am Südufer entnommenen Wasserprobe einzelne Gattungen von Cyanobakterien nachgewiesen werden.

Die Behörde rät deshalb bis auf Weiteres davon ab, im gesamten Heimstettener See zu baden. Entsprechende Hinweisschilder sollen am See auf die Situation aufmerksam machen.

Ein formelles Badeverbot hält das Gesundheitsamt derzeit allerdings nicht für erforderlich. Als Gründe nennt die Behörde die bislang nur gering ausgeprägten sichtbaren Auffälligkeiten, das aktuell nicht stark erhöhte Vorkommen von Blaualgen sowie die Wetterprognose für die kommenden Tage.

Eine gesundheitliche Gefährdung für Menschen und Tiere könne dennoch nicht ausgeschlossen werden. Besucherinnen und Besucher werden deshalb gebeten, die Warnhinweise ernst zu nehmen und insbesondere auf Kinder zu achten. Auch Hunde und andere Tiere sollten vom Wasser ferngehalten werden. Sie sollten weder aus dem See trinken noch darin baden.

Das Gesundheitsamt will die Entwicklung weiter beobachten und zusätzliche Kontrollen durchführen.

Badeverbot am Deininger Weiher bleibt bestehen

Keine Entwarnung gibt es unterdessen für den Deininger Weiher. Dort sind nach Angaben des Gesundheitsamtes weiterhin Schlieren beziehungsweise Algenteppiche sichtbar. Auch die Ergebnisse der Wasseruntersuchungen seien nach wie vor auffällig.

Das bereits bestehende Badeverbot bleibt deshalb vorerst bestehen. Hoffnung macht allerdings die Wetterentwicklung: Die für die kommenden Tage vorhergesagten niedrigeren Temperaturen und Niederschläge könnten sich günstig auf die Situation im Gewässer auswirken.

Der Deininger Weiher wird weiterhin engmaschig kontrolliert. Sobald das Badeverbot aufgehoben werden kann, will das Gesundheitsamt darüber informieren.

Warum Blaualgen gesundheitlich problematisch sein können

Bei sogenannten Blaualgen handelt es sich trotz ihres Namens nicht um Algen, sondern um Cyanobakterien. Sie gehören natürlicherweise zur Ökologie vieler Gewässer. Unter günstigen Bedingungen können sie sich jedoch innerhalb kurzer Zeit stark vermehren. Anhaltende Trockenheit und hohe Temperaturen begünstigen eine solche Entwicklung.

Cyanobakterien treten häufig in Uferbereichen und Flachwasserzonen auf. Hinweise auf eine stärkere Vermehrung können unter anderem grünliche oder rötliche Wassertrübungen, eine geringe Sichttiefe, Schlieren oder sogenannte Algenteppiche sein. Manche Arten schwimmen nicht frei im Wasser, sondern wachsen beispielsweise auf Wasserpflanzen, Treibholz oder Steinen.

Problematisch sind die Giftstoffe, sogenannte Cyanotoxine, die einige Arten bilden können. Sie können bei Menschen unter anderem Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sowie Reizungen von Haut und Schleimhäuten verursachen.

Besonders gefährdet sind Kleinkinder und Tiere, da sie beim Spielen oder Aufenthalt am Ufer belastetes Wasser schlucken oder mit bewachsenen Pflanzen, Steinen und Treibgut in Kontakt kommen können. Bei Tieren können schwere Vergiftungen im schlimmsten Fall tödlich verlaufen.

Das Gesundheitsamt empfiehlt daher, bei sichtbar grünlich oder rötlich getrübtem Wasser sowie bei schwimmenden oder aufwachsenden grünen beziehungsweise roten Schichten den Kontakt mit dem Wasser zu vermeiden. Dies gilt auch für Hunde und andere Tiere.