Die Zukunft des Kleinen Theaters Haar (KTH) ist gesichert: Ab dem 1. Januar 2027 übernimmt der Bezirk Oberbayern die alleinige Trägerschaft. Das hat der Bezirkstag am heutigen Mittwoch (28. Oktober) beschlossen. Für einen symbolischen Euro soll der Theaterbetrieb an eine eigens zu gründende gemeinnützige Kulturgesellschaft des Bezirks übertragen werden.
Bislang war das Theater seit 2013 beim Sozialpsychiatrischen Zentrum des Klinikums angesiedelt. Diese Konstruktion habe viele Jahre gut funktioniert, erklärte Bezirkstagspräsident Thomas Schwarzenberger (CSU). Doch sinkende Erträge im medizinischen Bereich machten eine Neuorganisation notwendig. Ein beauftragtes Institut für Kulturmanagement empfahl daraufhin die Gründung einer eigenständigen Gesellschaft. Der Bezirk wird deren alleiniger Gesellschafter – weder die Stadt Haar noch das Klinikum sind daran beteiligt.
Mehr Werbung, weiterhin 80 Veranstaltungen
Am Programm soll sich vorerst wenig ändern. Geplant sind weiterhin rund 80 Veranstaltungen pro Spielzeit – von Schauspiel über Kabarett bis zu Kinder- und Jugendprogrammen. Bestehende Künstlerverträge werden ebenso übernommen wie die Arbeitsverhältnisse der Beschäftigten.
Nachholbedarf sieht das beauftragte Institut allerdings beim Marketing. Bislang fließen gerade einmal 1,7 Prozent des Budgets in die Werbung. Für einen erfolgreichen Theaterbetrieb seien mindestens fünf Prozent erforderlich. Deshalb sind zusätzliche Mittel und eine weitere halbe Personalstelle vorgesehen.
Auch finanziell werden die Weichen neu gestellt: Das Theatergebäude gehört bereits dem Bezirk und wird der Kulturgesellschaft samt technischer Ausstattung zunächst bis Ende 2036 kostenlos überlassen. Die laufenden Gebäudekosten trägt ebenfalls der Bezirk.
Stadt Haar zahlt weiterhin 111.250 Euro
Die Stadt Haar bleibt als Förderer an Bord und unterstützt das Kulturprogramm unverändert mit jährlich 111.250 Euro. Auch das Format „Feierabend im Theater“ soll erhalten bleiben. Zudem wird die Stadt in einem Beirat vertreten sein, der die neue Gesellschaft beratend begleitet.
„Das Kleine Theater Haar ist seit Jahrzehnten nicht nur ein Ort mit herausragendem Programm, sondern bereichert auch das kulturelle und gesellschaftliche Leben in Haar“, betont Bürgermeister Andreas Bukowski (CSU). Politisch stieß die Neuorganisation auf breite Zustimmung. Im Bezirksausschuss gab es lediglich eine Gegenstimme.
Florina Vilgertshofer (Grüne) sprach von einer „wirklich wegweisenden Richtung“ für die Kultur. Weniger euphorisch zeigte sich Andreas Huber (ÖDP). Er bezeichnete die Gesellschaftsgründung als „gangbaren Weg“ im „Überlebenskampf“ des Theaters.
Mit der neuen Trägerschaft soll das traditionsreiche Haus langfristig erhalten bleiben – und zugleich wirtschaftlicher geführt werden.
