Herrenlose, kaputte oder falsch abgestellte Fahrräder sollen in Vaterstetten künftig nicht länger wertvolle Stellplätze blockieren. Ab Montag, 21. September, startet die Gemeinde deshalb ein „Fahrrad-Ramadama“. Betroffen sind insbesondere die Abstellanlagen rund um die S-Bahnhöfe Vaterstetten und Baldham.
Wer sein Fahrrad längere Zeit irgendwo abgestellt hat, sollte in den kommenden Tagen genauer hinschauen: Die Gemeinde kennzeichnet ab 21. September Räder mit einem neonroten Aufkleber, wenn sie außerhalb der vorgesehenen Fahrradparkplätze stehen, offensichtlich nicht mehr verkehrstauglich sind oder der Eindruck entsteht, dass sie aufgegeben wurden.
Auf dem Aufkleber ist eine Frist angegeben. Wird das Fahrrad innerhalb dieser Zeit weder genutzt noch entfernt, kann es die Gemeinde nach Art. 18b des Bayerischen Straßen- und Wegegesetzes sicherstellen.
Vor allem an den Bahnhöfen fehlen Stellplätze
Hintergrund der Aktion ist nicht nur die Optik. Gerade an den Bike+Ride-Anlagen der S-Bahnhöfe Vaterstetten und Baldham sind freie Abstellplätze gefragt. Die Gemeinde erinnert deshalb daran, die dort geltenden Einstellbedingungen und die Hinweisschilder „Fahrräder abstellen verboten“ zu beachten.
Auch Fahrräder, die an Geländern angeschlossen werden, sind ein Problem. Diese Geländer dienen insbesondere älteren Menschen als Stütze. Sind dort Räder angekettet, können sie teilweise nicht mehr genutzt werden.
Wer einen sicheren Abstellplatz sucht, soll nach Angaben der Gemeinde insbesondere die Fahrradabstellanlage an der Zugspitzstraße auf der Nordseite des Vaterstettener Bahnhofs nutzen. Dort seien in der Regel ausreichend Plätze frei.
Haar hatte mehr als 100 herrenlose Räder gesammelt
Dass sich über längere Zeit erstaunlich viele vergessene Fahrräder ansammeln können, zeigte zuletzt die Nachbarstadt Haar. Auch dort werden die Abstellanlagen an den S-Bahnhöfen Haar und Gronsdorf regelmäßig geräumt. Fahrräder werden zunächst gekennzeichnet und nach Ablauf der Frist vom Bauhof eingesammelt.
Bis zum Frühjahr dieses Jahres waren auf diese Weise mehr als 100 Fahrräder zusammengekommen. Nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist bot die Stadt die Räder Ende April bei einem Fahrrad-Tag am Bauhof Ottendichl für fünf Euro pro Stück an. Viele davon waren zwar reparaturbedürftig, konnten aber noch aufgearbeitet oder als Ersatzteilspender genutzt werden.
Wie viele Räder beim Vaterstettener „Fahrrad-Ramadama“ am Ende tatsächlich eingesammelt werden, dürfte sich erst nach Ablauf der auf den roten Aufklebern genannten Fristen zeigen.
