Bengalo-Attacken in Haar

von Eva Bistrick

Brennende Pyrotechnik in Wohnungen, an einem Balkon, in der Kirche St. Bonifatius und einem Geschäft am Jagdfeldring: Innerhalb kürzester Zeit ereigneten sich am Montag, 14. September, in Haar fünf gefährliche Vorfälle. Die Kriminalpolizei vermutet einen Zusammenhang und sucht nach einem etwa 14 Jahre alten Jugendlichen. Wegen der zeitlichen und örtlichen Nähe geht die Polizei davon aus, dass die fünf Fälle zusammenhängen. Verletzt wurde zum Glück niemand.

Was war da denn los? Wie das Polizeipräsidium München meldet, warfen am Montagnachmittag ein oder mehrere Unbekannte an fünf verschiedenen Orten in Haar brennende bengalische Feuer in Wohnungen, eine Kirche und ein Geschäft. Besonders perfide: In der Kirche fand zu diesem Zeitpunkt eine Messe mit Erstklässler-Segnung statt. Die Serie begann gegen 16.30 Uhr und endete nur 45 Minuten später. In mehreren Fällen mussten Bewohner und Passanten selbst eingreifen. Nun sucht die Polizei nach Zeugen.

Fall 1: Brennende Pyrotechnik in Wohnung / Am See

Gegen 16.30 Uhr befand sich eine 44-Jährige allein in ihrer Erdgeschosswohnung. Plötzlich bemerkte sie einen brennenden pyrotechnischen Gegenstand im Eingangsbereich. Noch ist unklar, ob der Täter die Wohnung betreten oder den Gegenstand durch ein Fenster hineingeworfen hatte. Die Bewohnerin rief ihren Ehemann zur Hilfe, der die Pyrotechnik schließlich löschte.

Fall 2: Gegenstand am Balkon entzündet / Jagdfeldring

Nur 20 Minuten später bemerkte eine 23-Jährige einen brennenden Gegenstand an ihrem Balkon im ersten Stock. Bei ihr befanden sich zwei 17-Jährige. Der Täter hatte die Pyrotechnik offenbar in einen Spalt zwischen Balkon und Hauswand gesteckt und dort entzündet. Die drei Personen gingen sofort in die Wohnung und schlossen die Balkontür. Nachdem der Gegenstand beinahe vollständig abgebrannt war, löschten sie ihn mit Wasser.

Fall 3: Pyrotechnik fliegt durch offene Balkontür / Hans-Stießberger-Straße

Zeitgleich gegen 16.50 Uhr warfen Unbekannte einen brennenden pyrotechnischen Gegenstand durch die geöffnete Balkontür einer Wohnung. Die 56-jährige Bewohnerin reagierte geistesgegenwärtig und warf den Gegenstand aus ihrer Wohnung im ersten Stock auf den Gehweg.

Fall 4: Rauch während einer kirchlichen Feier / Jagdfeldring

Gegen 17 Uhr betraten der oder die Täter den Eingangsbereich der Kirche St. Bonifatius am Jagdfeldring. Während im Inneren eine Erstklasssegnung stattfand, legten sie dort einen brennenden pyrotechnischen Gegenstand ab und entfernten sich. Mehrere Teilnehmer der Messe bemerkten Rauchgeruch. Einer von ihnen brachte die Pyrotechnik nach draußen und warf sie in den See.

Fall 5: Brennender Gegenstand in Geschäft geworfen / Jagdfeldring

Der letzte bekannte Vorfall ereignete sich gegen 17.15 Uhr in einem Ladengeschäft am Jagdfeldring. Ein Unbekannter warf einen brennenden pyrotechnischen Gegenstand durch den geöffneten Hintereingang in den Verkaufsraum. Dort befand sich zu diesem Zeitpunkt der 28-jährige Geschäftsführer. Anschließend flüchtete der Täter mit einem Fahrrad.

Kripo vermutet Zusammenhang

Wegen der zeitlichen und örtlichen Nähe geht die Polizei davon aus, dass die fünf Fälle zusammenhängen. Der entstandene Gesamtschaden liegt im niedrigen vierstelligen Bereich. Verletzt wurde niemand. Die weiteren Ermittlungen führt das Kommissariat 13 der Münchner Kriminalpolizei.

Einer der mutmaßlichen Täter wird als männlich, etwa 14 Jahre alt und rund 1,60 Meter groß beschrieben. Er soll kurze schwarze Haare, ein schwarzes T-Shirt und eine dunkle Hose getragen haben.

Zeugen, die im Bereich Münchner Straße, Jagdfeldring, Am See oder Hans-Stießberger-Straße verdächtige Beobachtungen gemacht haben, werden gebeten, sich unter Telefon 089/2910-0 beim Polizeipräsidium München oder bei einer anderen Polizeidienststelle zu melden. Anwohner sollen zudem mögliche Aufnahmen privater Überwachungskameras aus dem Tatzeitraum überprüfen.