Betrüger bieten erfundene Ferienwohnungen inzwischen auch auf bekannten Buchungsplattformen wie z. B. booking.com an. Oft wirkt die Buchung zunächst völlig normal. Erst später werden Urlauber per WhatsApp oder E-Mail zu einer direkten Zahlung aufgefordert. So lässt sich die Masche erkennen.
Ein aktueller Fall aus Italien zeigt, wie professionell Ferienwohnungsbetrug inzwischen ablaufen kann. Mehr als 120 Urlauber sollen dort eine Unterkunft an der Adria gebucht haben, die es an der angegebenen Adresse gar nicht gab. Die Reisenden waren dabei nicht auf eine offensichtlich dubiose Internetseite hereingefallen. Sie hatten die Unterkunft zunächst über eine Buchungsplattform gefunden. Erst nach der Reservierung wurden sie über WhatsApp kontaktiert: Angebliche Mitarbeiter boten ihnen einen günstigeren Preis an. Dafür sollten sie die ursprüngliche Buchung stornieren und das Geld direkt auf ein Bankkonto überweisen. Bei der Ankunft standen die Urlauber schließlich vor einem normalen Wohnhaus.
So funktioniert die Masche
Betrüger können gefälschte Unterkünfte auf Buchungsportalen einstellen oder Bilder von echten Ferienwohnungen kopieren. Manchmal übernehmen sie auch die Konten echter Vermieter. Dadurch wirken die Angebote und Nachrichten glaubwürdig. Die Absender kennen möglicherweise den Namen der Urlauber, den Reisezeitraum und den Preis der Buchung.
Die eigentliche Falle beginnt häufig erst nach der Reservierung. Die Reisenden sollen die Buchungsplattform verlassen und direkt mit dem angeblichen Vermieter kommunizieren.
Besonders vorsichtig sollten Urlauber werden, wenn sie:
- über eine unbekannte WhatsApp-Nummer kontaktiert werden,
- ihre Buchung stornieren sollen,
- einen Rabatt für eine direkte Überweisung erhalten,
- erneut bezahlen sollen,
- eine neue Bankverbindung genannt bekommen,
- unter Zeitdruck gesetzt werden.
Auch Links zu angeblichen Zahlungsseiten können gefälscht sein. Dort versuchen Betrüger, Kreditkartendaten oder Passwörter abzugreifen.
Wer bei der Buchung Wert auf einen persönlichen Ansprechpartner legt, sollte sich an ein örtliches Reisebüro wenden. Dort lassen sich Angebote, Zahlungswege und die beteiligten Veranstalter direkt klären. Vor allem bei einer Pauschalreise sind Zuständigkeiten und Absicherung klarer geregelt als bei einer einzeln gebuchten Ferienwohnung. Natürlich schützt eine Buchung im Reisebüro nicht automatisch vor jedem Problem. Sie kann es aber erleichtern, offene Fragen vor der Zahlung zu klären und bei Schwierigkeiten einen erreichbaren Ansprechpartner zu haben.
Buchung immer über die Plattform prüfen
Wer eine unerwartete Nachricht erhält, sollte zunächst nichts bezahlen und keinen Link anklicken. Die Buchungsplattform sollte stattdessen direkt über die offizielle App oder Internetseite geöffnet werden.
Dort können Reisende prüfen, ob eine neue Nachricht oder Zahlungsaufforderung hinterlegt ist. Bei Unsicherheit hilft der Kundenservice weiter.
Außerdem lohnt es sich, die Unterkunft vor der Reise noch einmal zu kontrollieren. Über Kartendienste lässt sich häufig erkennen, welches Gebäude sich an der angegebenen Adresse befindet. Auch Bewertungen auf mehreren Portalen und eine eigene Internetseite können Hinweise geben.
Was Betroffene tun sollten
Wer bereits Geld überwiesen hat, sollte sofort seine Bank kontaktieren. Möglicherweise kann die Zahlung noch gestoppt oder zurückgerufen werden.
Wurden Kreditkartendaten weitergegeben, sollte die Karte vorsorglich gesperrt werden. Auch Passwörter sollten geändert werden, wenn sie auf einer verdächtigen Internetseite eingegeben wurden.
Wichtig ist außerdem, alle Unterlagen zu sichern. Dazu gehören die Buchungsbestätigung, Nachrichten, Telefonnummern, Kontodaten und Zahlungsbelege.
Anschließend sollte der Fall der Buchungsplattform gemeldet und bei der Polizei angezeigt werden.
Grundsätzlich gilt: Buchung, Kommunikation und Bezahlung möglichst vollständig über das offizielle Buchungsportal abwickeln. Sobald eine direkte Überweisung oder eine Stornierung außerhalb der Plattform verlangt wird, sollten Urlauber hellhörig werden.