Sofas, Fernseher, Kleidersäcke und übergroße Kartons, die nicht zerkleinert werden: Weil einige wenige Müllsünder die Wertstoffinseln der Gemeinde regelmäßig in stinkende Müllhalden verwandeln, setzt Vaterstetten künftig wieder auf Videoüberwachung. Zwei Standorte sollen noch in diesem Jahr mit Kameras ausgestattet werden.
Einige wenige Müllvandalen sorgen nicht nur für ein wenig einladendes Ortsbild und unangenehme Gerüche. Auch müssen die illegalen Ablagerungen von einem externen Dienstleister beseitigt werden – auf Kosten der Allgemeinheit. Immer wieder ist von mehreren Zehntausend Euro pro Jahr die Rede. Geld, das die Bürger über ihre Steuern mitbezahlen und das der Gemeinde an anderer Stelle fehlt.
Jetzt soll technisch aufgerüstet werden. An zwei besonders stark betroffenen Standorten ist die Videoüberwachung bereits final geplant: an der Wertstoffinsel auf dem Parkplatz an der Kirche in der Möschenfelder Straße sowie auf dem Parkplatz am Minigolfplatz an der Baldhamer Straße (Stadion-Parkplatz). Die Arbeiten für die notwendige Stromversorgung sind bereits beauftragt und sollen noch in diesem Jahr ausgeführt werden. Sobald Stromanschluss und Netzverbindung hergestellt sind, können die Kameramasten aufgebaut und die Überwachung gestartet werden.
Schilder sollen sensibilisieren
Zusätzlich erhalten alle Wertstoffinseln eine neue Beschilderung. Darauf sollen unter anderem Fotos von vermüllten Standorten zu sehen sein, um den Nutzern deutlich vor Augen zu führen, welche Folgen illegale Entsorgungen haben. Außerdem wird an jedem Standort individuell der Weg zur nächstgelegenen weiteren Wertstoffinsel beschrieben. Die neuen Schilder sollen Anfang August angebracht werden.
Erst vor wenigen Monaten hatte sich Vaterstetten laut Gemeindeverwaltung „aus wirtschaftlichen Gründen“ von seinem Mülldetektiv getrennt. Eine private Detektei hatte die Wertstoffinseln kontrolliert. Den Einsatz von Kameras hatte der ehemalige Bürgermeister Leonhard Spitzauer (CSU) lange Zeit unter anderem mit Verweis auf den Datenschutz, hohe Kosten und eher geringe Erfolgsaussichten abgelehnt. Nun sollen sie doch kommen.
Schon 2013 liefen Kameras
Ganz neu ist die Idee nicht. Bereits 2013 waren vier Vaterstettener Wertstoffinseln im Rahmen eines Pilotprojekts mit insgesamt fünf Kameras überwacht worden. Der messbare Erfolg blieb überschaubar: Sieben Müllsünder wurden ertappt, die verhängten Bußgelder summierten sich auf weniger als 100 Euro. Für eine dauerhafte Fortsetzung hätte die Gemeinde damals jährlich rund 10.700 Euro bezahlen müssen – verbunden mit einem Fünfjahresvertrag. Weil sich zudem nicht eindeutig feststellen ließ, ob die Vermüllung tatsächlich zurückgegangen war, wurde der Versuch beendet.
Mehr als ein Jahrzehnt später nun also ein neuer Anlauf. Ob die Kameras diesmal mehr Müllsünder überführen oder zumindest abschrecken, wird sich zeigen.