Der Vaterstettener Wollmarkt findet am kommenden Wochenende, 10. und 11. Oktober, zum 34. Mal auf dem Reitsberger Hof statt. In diesem Jahr steht die Veranstaltung besonders im Zeichen der Hirtenkultur – vom Coburger Fuchsschaf bis zu modernen Entwürfen aus bayerischer Wolle.
Wolle zum Anfassen, traditionelles Handwerk und Schäferinnen und Schäfer, die aus ihrem Arbeitsalltag berichten: Am Samstag und Sonntag, 10. und 11. Oktober, laden die Bayerischen Milchschafhalter gemeinsam mit dem Unterfränkischen Schäferverein zum 34. Wollmarkt auf den Reitsberger Hof ein. Die Veranstaltung zählt mittlerweile zu den größten von Schäfern organisierten Wollmärkten im deutschsprachigen Raum.
Passend zum Internationalen Jahr der Weidelandschaften und Hirten – häufig kurz als „Welthirtenjahr“ bezeichnet – wird auf dem Gelände eine mongolische Hirtenjurte aufgebaut. Sie soll Einblicke in die Lebensweise von Hirtenkulturen geben. Der Verein für Schäfereigeschichte informiert dort außerdem über die Entwicklung und Bedeutung der Schäferei.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf seltenen heimischen Schafrassen. Die Initiative „Goldenes Vlies“, die sich für den Erhalt des Coburger Fuchsschafs engagiert, präsentiert nachhaltige Kleidungsstücke aus der Wolle dieser Rasse. An weiteren Ständen werden unter anderem Lodenjacken und andere Produkte aus der Wolle von Coburger Fuchsschafen, Alpinen Steinschafen und bayerischen Merinoschafen angeboten.
Dabei geht es den Veranstaltern nicht allein um Tradition. Studierende aus Berlin und Bremen beschäftigen sich mit neuen Einsatzmöglichkeiten für bayerische Wolle. Neben Kleidung sollen auch Entwürfe für Möbel und Schuhe entstehen. Damit rückt ein regionaler Rohstoff in den Mittelpunkt, der lange Zeit nur wenig Wertschätzung erfahren hat.
Ein wichtiges Ziel des Wollmarktes ist bis heute der direkte Verkauf: Schäfereibetriebe sollen ihre Erzeugnisse ohne Umwege anbieten und dadurch eine höhere Wertschöpfung erzielen können. Besucher können zugleich mit den Schäferinnen und Schäfern ins Gespräch kommen und erfahren, welche Bedeutung Weidetierhaltung für Landschaftspflege, Artenvielfalt und regionale Landwirtschaft hat.
Für Familien sind verschiedene Mitmachangebote vorgesehen. Ergänzt wird das Programm durch Speisen und Spezialitäten rund ums Lamm. Auch die Bayerische Wollkönigin Franziska Bernard wird in Vaterstetten erwartet. Der Eintritt ist frei.
Ein besonderes Angebot richtet sich an Schulen aus der Umgebung: Klassen können sich ab dem 1. Oktober um einen Unterrichtstag bei einem Schäfermeister bewerben. Dabei sollen die Schülerinnen und Schüler die Arbeit einer Schäferei kennenlernen und erfahren, welche Rolle Weidetiere für Natur und Biodiversität spielen. Bewerbungen sind per E-Mail an info@wollmarkt.com möglich.
Zeitgleich zum Wollmarkt findet auch wieder der beliebte Töpfermarkt auf dem gegenüberliegenden Parkplatz am Sportstadion statt. Von 10 bis 18 Uhr präsentieren rund 60 Aussteller aus ganz Deutschland, Bayern und der Region dort ihre Arbeiten. Alle Teilnehmer sind Handwerker und Künstler, die ihre Werke selbst in ihren Werkstätten herstellen. Besonders erwähnenswert sind die zahlreichen neuen Teilnehmer, vor allem junge Keramiker mit ihren spannenden Arbeiten, die gleichermaßen zeitlos aber auch modern gestaltet sind. Natürlich gibt es auch in diesem Jahr zusätzlich zum Töpferangebot wieder Korbwaren und Flechtwerk aus dem Erzgebirge sowie Bürsten, Pinsel und Besen aus dem Schwarzwald.

