Wenn der Betrüger 2x klingelt

von Eva Bistrick

Immer häufiger berichten uns Leser von Betrugsversuchen durch Anrufer. Die verschiedenen Maschen eint ein perfides Vorgehen – doch wer anruft, wechselt: falsche Krankenhausmitarbeiter, angebliche Polizisten, vermeintliche Angehörige oder auch Bank- oder Behördenmitarbeiter, teils mit erstaunlich echt wirkenden Stimmen. Die Polizei warnt, dass die Täter gezielt mit emotionalem Druck agieren, um an Bargeld und Wertgegenstände zu kommen. Fast täglich lesen wir in örtlichen Polizeiberichten über neue Betrugsversuche – und die Maschen werden täglich raffinierter, die Täter agieren höchst professionell.

Am gestrigen Dienstag (17. Februar) wurden der Polizei zwei Fälle aus München bekannt, bei denen über 80‑jährige Frauen Opfer solcher Betrugsanrufe wurden:
• eine Anruferin gab sich als Krankenhausmitarbeiterin aus und behauptete, die Tochter der Seniorin sei an Krebs erkrankt. Die Seniorin übergab später Wertgegenstände im Wert von mehreren zehntausend Euro an einen Abholer.
• Täter riefen zuerst als vermeintliche Tochter an, dann als „Polizistin“ und „Staatsanwalt“, und behaupteten, ein Verkehrsunfall mit Todesfolge habe stattgefunden und Kaution müsse gezahlt werden. Auch hier übergab die Betroffene Wertgegenstände und Bargeld an einen unbekannten Abholer. Beide Frauen erstatteten danach Anzeige.

Besonders verbreitete Betrugsmaschen:
Schockanrufe: Täter geben vor, ein Angehöriger sei in Not – z. B. Unfall oder Haft – und fordern schnelle Zahlungen oder Übergabe von Wertgegenständen.
Falsche Amtsträger: Anrufer geben sich als Polizisten, Staatsanwälte oder Behördenmitarbeiter aus, um Vertrauen zu gewinnen und zu Geldforderungen zu bewegen.
Enkeltrick: Täter geben sich als Enkel oder andere Verwandte aus und spielen Notlagen vor.
Bank‑/Behörden‑Vishing: Kriminelle rufen angeblich von Bank oder anderen Institutionen an und fordern zur Preisgabe sensibler Daten (z. B. Online‑Banking‑Zugang) oder zu angeblichen Sicherheitsmaßnahmen.
Gewinnversprechen / Messenger‑Betrug: Über Apps wie WhatsApp werden angebliche Gewinne, Jobs oder „wichtige Sicherheitsupdates“ versprochen, um zur Herausgabe persönlicher Daten zu verleiten.

Tipps der Polizei:
• Beenden Sie das Gespräch sofort, wenn etwas verdächtig erscheint.
• Nehmen Sie eigenständig Kontakt zu der angeblich involvierten Person oder Behörde auf – über eine Ihnen bekannte Nummer.
• Die Polizei oder andere Behörden fordern niemals Bargeld, Überweisungen oder Wertgegenstände telefonisch an.
• Geben Sie keine finanziellen oder persönlichen Daten am Telefon preis.
• Lassen Sie keine unbekannten Personen in Ihre Wohnung und übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an Fremde.
• Sprechen Sie im Zweifel mit Angehörigen, bevor Sie etwas tun.
• Im Notfall oder bei Verdacht wählen Sie den Polizeinotruf 110 direkt.