Der Bund fördert die nachhaltige Sanierung kommunaler Sportstätten. Vaterstetten bekundete mit gleich zwei Projekten ein Interesse an der Förderung: der Sanierung des Kunstrasenplatzes am Stadion sowie der Erweiterung des Fußball-Geländes des FC Anzing Parsdorf. Doch daraus wird nichts – Vaterstetten geht wie der gesamte restliche Landkreis leer aus.
Über 3600 Anträge erhielt der Bund; deutschlandweit meldeten Kommunen einen Bedarf von über 7,5 Milliarden Euro an – doch nur 333 Millionen Euro stehen zur Verfügung. „Die Bewerbungen der Gemeinde Vaterstetten wurden nicht berücksichtigt“, so die künftige Erste Bürgermeisterin Maria Wirnitzer (SPD) in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag. Gefördert werden in der ersten Runde des Bundesprogramms 314 Projekte, also weniger als ein Zehntel der eingereichten Vorhaben. Im Landkreis Ebersberg findet sich kein einziges Projekt auf der Liste.
Dabei hätte die Förderung der klammen Gemeindekasse gutgetan: Gut 600.000 Euro kostet die Erneuerung des Kunstrasenplatzes im Sportgelände schätzungsweise. Da die Unterkonstruktion gut erhalten ist, fallen die Kosten immerhin geringer aus als erwartet. Zudem soll für 270.000 Euro die Flutlichtanlage auf stromsparende LED-Technologie umgerüstet werden. Außerdem ist geplant, eine Bewässerungsanlage auf Basis eines Bohrbrunnens mit einem Wassertank für rund 420.000 Euro zu errichten, von der auch andere Plätze in der Anlage profitieren. Der Bund hätte bis zu 700.000 Euro der insgesamt 1,55 Millionen Euro bezuschusst.
Schade für Parsdorf: das Sportgelände im Parsdorfer Osten soll erweitert werden – Vorgesehen sind unter anderem ein zusätzlicher Kunstrasenplatz sowie neue Umkleide- und Sanitäranlagen, um die Kapazitäten für den Spiel- und Trainingsbetrieb zu erhöhen.
Ein vom FC Anzing Parsdorf vorgelegter Plan sieht zudem neben einem Kunstrasen- und einem Rasenplatz auch eine Pumptrack-Anlage für BMX, ein Beachvolleyballfeld sowie einen Trimm-dich-Pfad vor. Als „Wunschkonzert“ wurde dieser umfangreiche Plan bezeichnet – die Kosten für die Umsetzung im vollen Umfang schätzt die Gemeindeverwaltung auf sechs Millionen Euro. Dennoch ging man im Januar mit dem kompletten Projektumfang ins Rennen – bei möglichen 2,7 Millionen Euro Förderung eine erhebliche Einsparung.
Plan: FC Anzing Parsdorf / Bauer Landschaftsarchitekten
Schon beim Beschluss stand fest, dass die Planung in vollem Umfang finanziell nicht stemmbar ist – Abstriche im weiteren Projektverlauf sind also unabdingbar. In welchem Umfang das Sportgelände erweitert wird, liegt nun in der Hand des neuen Gemeinderats.
