Unser Fußball-Juwel

von Catrin Guntersdorfer

Mit seinen 16 Jahren und 56 Tagen hat Constantin Strunz bereits Geschichte geschrieben: Beim 5:0-Erfolg der SpVgg Unterhaching gegen den TSV Schwaben Augsburg wurde der Mittelfeldspieler eingewechselt – und damit zum jüngsten Spieler aller Zeiten in der Regionalliga Bayern. Für den Vaterstettener ist das der bislang größte Moment seiner noch jungen Karriere, für die er fast täglich zwischen Vaterstetten und Unterhaching pendelt. B304.de-Redakteuerin Catrin Guntersdorfer hat sich mit Constantin unterhalten.

Geboren in München, aufgewachsen mit kleineren Geschwistern in Vaterstetten, drehte sich bei Constantin schon früh vieles um den Ball. Angefangen hat alles mit fünf Jahren beim SCBV. „Dort habe ich mit Freunden viel erlebt und hier habe ich auf jeden Fall meine Liebe zum Fußball gefunden“, sagt er rückblickend dankbar.

Seit seinem neunten Lebensjahr trägt er nun das Trikot der Spielvereinigung Unterhaching – und gilt dort inzwischen als eines der größten Nachwuchstalente.

Sein Alltag verlangt dem 16-Jährigen einiges ab: Der Wecker klingelt früh für die Schule: Er besucht die 10. Klasse der Realschule Vaterstetten, wo derzeit die Abschlussprüfungen anstehen. Nach Schulschluss heißt es erst einmal lernen, bevor‘s dann nach Unterhaching zum Training geht. Viermal pro Woche trainiert Constantin jeweils zwei Stunden.

Viel Freizeit bleibt ihm nicht. Wenn, dann nutzt er sie mit Freunden. „Ich habe Freunde hier aus der Schule, aber natürlich auch in Unterhaching, mit denen ich eine gute Zeit habe, zum Beispiel auf Auswärtsspielen.“ Und sogar Kontakte aus dem Kindergarten pflegt er noch: „Da gibt es noch Leute, mit denen ich abseits des Fußballs gerne Zeit verbringe und Spaß habe.“

Constantin Strunz heute und früher beim SCBV

Dass er einmal so früh im Herrenbereich debütieren würde, zeichnete sich nach der Corona-Zeit ab. „Ich wurde Kapitän und vor knapp zwei Jahren habe ich bei Unterhaching auch einen Fördervertrag unterschrieben.“ Sportlich hat sich der 16-Jährige klare Ziele gesetzt: „In der kommenden Saison möchte ich bei Unterhaching in den Herrenbereich kommen.“

Dabei gilt Constantin als ausgesprochen strukturiert und diszipliniert. Auf dem Platz orientiert er sich an großen Vorbildern wie Toni Kroos. „Der ist sehr ruhig und klar in seiner Art – das möchte ich auch sein. Und Joshua Kimmich find ich gut, wegen seiner starken Mentalität, die ihn auszeichnet.“ Den Konkurrenzkampf im Nachwuchsfußball erlebt er realistisch, aber gelassen. „Natürlich muss man seine Leistung bringen, aber meiner Meinung nach ist es nicht so krass, wie in anderen deutschen Nachwuchsleistungszentren.“ In Unterhaching werde sehr genau auf die Entwicklung der Spieler geachtet.

Wenn einmal kein Fußball auf dem Programm steht, fährt Constantin gerne Ski oder spielt Paddle-Tennis mit Freunden. Allerdings mit angezogener Handbremse: „Natürlich achte ich schon ein bisschen auf meinen Körper und kratze beim Paddle-Tennis nicht noch den letzten Ball von der Wand. Ich lass mich nicht von Angst leiten. Bisschen mit Köpfchen halt.“

Auch die laufende Fußball-WM verfolgt der junge Mittelfeldspieler aufmerksam. „Taktische Sachen sieht man als Fußballspieler vielleicht anders als der normale Zuschauer. Trotzdem bin ich natürlich auch einfach ein Fußball-Fan wie alle anderen.“ Sein Tipp: „Deutschland wird bis ins Halbfinale kommen – dann aber ausscheiden!“