In Grasbrunn scheint die Welt noch in Ordnung – die Gemeinde ist seit Ende 2024 schuldenfrei, trotz steigender Ausgaben. Doch die demographische Entwicklung bereitet Bürgermeister Sebastian Stüwe Sorgen, wie er bei der Bürgerversammlung deutlich machte. Ein Umbruch sei nötig.
Die Einwohnerzahl sinkt: Lebten vor fünf Jahren noch rund 6.700 Menschen in Grasbrunn, sind es aktuell nur noch 6.468. Gleichzeitig wird die Bevölkerung immer älter. „Richtig erschrocken“ habe ihn der „brutale“ Einbruch der Geburtenzahlen in diesem Jahr, so Stüwe.

„Wir brauchen unter anderem auch Zuzug junger Familien“, betonte der Bürgermeister. Aktuell gibt es 76 freie Plätze in den neun Kinderbetreuungseinrichtungen der Gemeinde. Das stellt die Kommune vor finanzielle Herausforderungen: Während die Fixkosten hoch bleiben, sinken mit den Kinderzahlen auch die staatlichen Zuschüsse. Die Ausgaben der Gemeinde steigen dadurch weiter.
Anders als andere Kommunen wolle Grasbrunn jedoch keine Verträge kündigen, bekräftigte Stüwe. Ziel der Verwaltung sei es, alle Einrichtungen zu erhalten. Dafür müsse man aktiv gegensteuern. „Wir müssen uns verändern, um handlungsfähig zu bleiben“, heißt es auf einer Präsentationsfolie. Es sei „Zeit für einen Umbruch“.
Zu den geplanten Maßnahmen zählen neben einer höheren Attraktivität für Familien auch die Ausweisung von Wohnraum und die Stärkung des Gewerbestandorts. Letzteres allerdings mit Augenmaß: Man wolle nicht „um jeden Preis jeden Acker“ bebauen, so der Bürgermeister. Gestärkt werden soll unter anderem der Technopark.
Das Ziel: Grasbrunn soll für junge Familien attraktiver werden und gleichzeitig maßvoll wachsen.

