Wie viel Wasser steckt in einer Jeans? Welche Rohstoffe schlummern in einem Smartphone? Und wie groß ist eigentlich der „ökologische Rucksack“ unseres täglichen Konsums? Antworten auf diese Fragen gibt die interaktive Wanderausstellung „Rette die Welt … zumindest ein bisschen“ der Verbraucherzentrale Bayern. Am Freitag, 9. Oktober, von 14 bis 17 Uhr öffnet sie im Humboldt-Gymnasium Vaterstetten (HGV) beim Tag der offenen Tür auch für die Öffentlichkeit.
Seit zehn Jahren ist die Ausstellung in Bayern unterwegs und wurde inzwischen zum 70. Mal gezeigt. Knapp 230.000 Menschen haben sie bereits besucht. Im Landkreis Ebersberg ist sie erstmals zu Gast. Auf Initiative der Energieagentur Ebersberg-München macht sie noch bis Ende Oktober Station am HGV – zunächst vor allem für die Schülerinnen und Schüler.

Im Mittelpunkt steht der eigene Ressourcenverbrauch. An neun interaktiven Stationen geht es um Themen wie den ökologischen Rucksack, Klimagase beim Einkaufen, Rohstoffe im Handy, virtuelles Wasser, Verpackungsmüll, Lebensmittelverschwendung und Papierverbrauch. Im „Lebenden Buch“ können Besucherinnen und Besucher zudem ihren persönlichen Ressourcenverbrauch unter die Lupe nehmen.
Dabei wird schnell deutlich, welche Dimension der tägliche Konsum hat: Rund 30 Tonnen Ressourcen pro Kopf und Jahr werden in Deutschland verbraucht – der Wasserverbrauch noch nicht eingerechnet. Das entspricht ungefähr dem Gewicht von sechs Elefanten.
Für HGV-Schulleiterin Sabine Schwaiger ist die Ausstellung eine gute Ergänzung zum Engagement der Schule als Klimaschule. „Jeder von uns hat die Möglichkeit durch kleine Beiträge die Welt zu verbessern. Wir als Schule sind schon lange als Klimaschule aktiv, ob durch Teilnahme beim Stadtradeln oder durch das jährliche Pflanzen eines neuen Jahrgangsbaumes für die neuen 5. Klassen“, sagt sie. Zugleich gehe es nicht darum, die großen Probleme im Alleingang zu lösen: „Natürlich ist uns bewusst, dass wir nicht alleine die Welt retten werden, aber wir können alle einen Beitrag leisten.“
Auch Landrat Robert Niedergesäß betonte bei der Eröffnung im September die Bedeutung lokalen Handelns. „Beim Blick auf das Weltgeschehen mag man oft den Kopf in den Sand stecken und denken, es bringt ja eh nichts, was wir vor Ort machen. Aber da kommt mein Motto ‚Global denken – lokal handeln‘ zum Tragen, denn wir sind schon verantwortlich für das, was vor unserer Haustüre passiert.“

Als Vater von drei Kindern verbinde er damit auch eine persönliche Verantwortung: „Ich habe den Anspruch, dass wir unseren Kindern und Enkelkindern eine lebenswerte Heimat übergeben können.“ Umweltschutz beginne dabei mit der richtigen Haltung, so Niedergesäß: „Wenn man mit dieser Einstellung aufwächst und sie an Schulen vermittelt wird, geht man mit einem anderen Bewusstsein ins Leben hinein. Insofern ist für mich so eine Ausstellung besonders wichtig und wertvoll.“

Dass Klimaschutz eine Aufgabe für alle Generationen ist, unterstrich auch Vaterstettens Bürgermeisterin Maria Wirnitzer mit Blick auf die Klimabotschafter des HGV: „Wir alle müssen Verantwortung übernehmen, dürfen es nicht nur den Jugendlichen übertragen. Auch von uns ist gefordert, dass wir mehr machen!“
Wie wichtig das Thema Klimabildung in der Region genommen wird, zeigt auch der Blick auf die Schulen: Im Landkreis Ebersberg gibt es 20 Grund- und Mittelschulen sowie acht weiterführende Schulen, die als Klimaschulen aktiv sind.
Dr. Willie Stiehler, Geschäftsführer der Energieagentur Ebersberg-München, richtete bei der Eröffnung eine direkte Botschaft an die Schülerinnen und Schüler: „Es ist eure Welt! Ihr müsst gut mit ihr umgehen können und sie muss euch gute Grundlagen bieten. Daran muss man aber jetzt auch wirklich arbeiten.“
Am Freitag, 9. Oktober, von 14 bis 17 Uhr können nun alle Interessierten die Ausstellung im Humboldt-Gymnasium Vaterstetten, Johann-Strauß-Straße 41, besuchen. Der Eintritt ist frei. Neben den interaktiven Stationen gibt es Informationen und praktische Tipps, wie sich Klima- und Ressourcenschutz im eigenen Alltag umsetzen lassen.
Weitere Informationen unter rette-die-welt.bayern


