Projekt: Erinnerung an Sophie Scholl

von Catrin Guntersdorfer

100 Schülerinnen und Studierende werden am kommenden Sonntag (09. 05.) um 11:00 Uhr anlässlich des 100. Geburtstags von Sophie Scholl am Münchner Königsplatz eine Demonstration und Gedenkperformance abhalten. Bei dieser Aktion setzten die jungen Menschen aus München und ganz Bayern, letztlich aber vom Ernst-Mach-Gymnasium in Haar ausgehend, ein deutlich sichtbares Zeichen und erinnern würdevoll an Sophie Scholl und den gesamten Kreis der Weißen-Rose. Geplant ist, dass  100 junge Menschen 100 Minuten lang am 100. Geburtstag von Sophie Scholl am Königsplatz Position beziehen und in einer ruhigen, aber visuell aussagekräftigen gemeinsamen Performance ein Gedenken in Körper-Bildern gestalten.

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Die theatrale Demonstration ist am Königsplatz in München geplant. (Foto: Tomas Ritter)

Zusätzlich kommen dokumentierende gesprochene Texte, unter ihnen auch viele Originalzitate, zum Einsatz. Eine begrenzte Anzahl von Besuchern ist möglich, insbesondere gibt es aber auch einen Live-Stream. Anmeldungen sind ab heute (02.05.) für die Vor-Ort-Veranstaltung und zum Live-Stream über www.blickwechsel.theater möglich.

Thomas Ritter, einer der beiden Leiter des Projektes

Der Zugang ist kostenfrei. Die Veranstaltung findet unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Dieter Reiter statt, ist initiiert von der Weiße-Rose-Stiftung eV und der Theaterwerkstatt Blickwechsel und wird im Rahmen einer angemeldeten Demonstration durchgeführt. Auch eine filmische Dokumentation ist vorgesehen und wird bald nach der Veranstaltung online über die genannte Seite der Weiße Rose Stiftung eV abrufbar sein. Betreut und geleitet wird die Gruppe von Farina Simbeck und Thomas Ritter, die bereits seit 2016 das Projekt „Spurensuche“ -Auseinandersetzung mit den Euthanasieverbrechen in Haar- betreuen, das 2017 unter anderem mit dem Münchner Bürgerpreis ausgezeichnet wurde. 

Schülerinnen proben für das Projekt am 09. Mai (Foto: Thomas Ritter)

Die Aufführung findet selbstverständlich unter strengster Beachtung aller gültiger Corona-Schutzmaßnahmen einschließlich Testung und in enger Absprache mit den zuständigen Behörden statt. Geprobt wurde im Vorfeld ausschließlich online. Für die Aufführung reisen die Darstellerinnen dann nach München an, sehen sich „auf Abstand“ zum ersten Mal und präsentieren die zuvor im virtuellen Raum eingeübte Choreografie. Eine weitere echte Begegnung, einschließlich nachgeholter Feier, ist dann -unter hoffentlich gänzlich anderen Bedingungen – am 101. Geburtstag von Sophie Scholl 2022 geplant.