Pläne für 27 Wohnungen und Restaurant

von Leon Öttl

Bereits im Frühjahr 2022 stimmte der Bau- und Straßenausschuss der Gemeinde Vaterstetten einem Vorbescheid für den Neubau eines Hauses an der Ecke Wendelsteinstraße/Bahnhofstraße in Vaterstetten zu. Dabei handelte es sich um das Gebäude, in dem einst das Hotel Cosima und das Restaurant Da Vinci untergebracht waren. Die Pächter sind inzwischen ausgezogen, das Grundstück wurde in der Zwischenzeit an neue Bauherren verkauft.

Nach den ursprünglichen Plänen der neuen Eigentümer sollten im Neubau neben einer Gastronomie 35 Wohnungen entstehen, darunter 32 Einzimmerwohnungen. Darüber habe man „erst einmal geschluckt“, erklärte Karin Klos vom Bauamt in der Bauausschusssitzung. Der Trend gehe zwar zu kleineren Wohneinheiten – insbesondere Ein- und Zweizimmerwohnungen seien stark nachgefragt. Vor drei Jahren seien die Voreigentümer jedoch noch von lediglich 20 Wohneinheiten ausgegangen.

Die Verwaltung erteilte den 35 Wohnungen eine Absage. Als Gründe wurden die befürchtete Verkehrsbelastung sowie eine „einseitige Nutzerstruktur“ und „häufige Belegungswechsel“ genannt. Man befürchte, dass sich keine stabile Hausgemeinschaft entwickeln könne.

Nach „zähen Verhandlungen“ mit den Bauherren wurde nun ein Bauantrag eingereicht. Dieser sieht 27 Wohnungen vor: 14 Einzimmer-, sechs Zweizimmer- und sieben Dreizimmerwohnungen. Zudem soll wieder eine Gastronomie einziehen. Das Gebäude soll ein Satteldach erhalten, da ein Terrassendach nicht zulässig ist.

Die künftige Erste Bürgermeisterin Maria Wirnitzer (SPD) äußerte die Sorge, dass die soziale Durchmischung in der Gemeinde abnehmen könnte, wenn der Anteil an Einzimmerapartments weiter steigt. Ein Gebäude mit überwiegend Einzimmerwohnungen sei für sie „eher eine Kapitalanlage“. Theoretisch sei es auch möglich, die Wohnungen als Ferienunterkünfte, etwa über Airbnb, zu vermieten, erklärte die Leiterin des Bauamts auf Nachfrage: „Gewerblich wie Wohnen – beides ist möglich.“

Benedikt Weber (CSU) wies hingegen darauf hin, dass insbesondere junge Erwachsene, die aus dem Elternhaus ausziehen, oft keine Möglichkeit hätten, in der Gemeinde zu bleiben, da es an kleineren Wohnungen fehle.

Auch die geplante Tiefgarage wurde diskutiert. Anders als ursprünglich vorgesehen, ist nun keine einstöckige Garage mit Doppelparksystem mehr geplant, sondern eine zweigeschossige Tiefgarage mit Autoaufzug. Dadurch könne es länger dauern, das eigene Fahrzeug zu erreichen, so David Göhler (Grüne), der negative Auswirkungen auf die Parksituation im Umfeld befürchtet.

Eine Zustimmung des Bauausschusses war nicht erforderlich, da sich die Bauherren mit ihrem Vorhaben weiterhin im Rahmen des vor drei Jahren genehmigten Vorbescheids bewegen.