Wie Sie richtig wählen – Vhs bietet Livestream

von Eva Bistrick

Noch knapp zwei Wochen, dann wird gewählt: Am Sonntag, 8. März, entscheiden wir Bürgerinnen und Bürger über Bürgermeister, Landrat und die Mitglieder im Gemeinderat und Kreistag. Für viele ist das noch ein weit entfernter Termin im Kalender – für mich persönlich ist der wichtigste Teil schon erledigt: bequem per Briefwahl am Küchentisch. Und ich muss sagen: Daheim wählen hat wirklich etwas für sich.

Spätestens, wenn man den grauen Stimmzettel für den Kreistag komplett ausbreitet, wird klar, warum. Das ist kein Formular mehr, das ist beinahe so groß wie eine Landkarte, nur ohne Farben und mit viel, viel Text. Sowas muss man erst einmal überblicken. In der Wahlkabine unter einem gewissen zeitlichen Limit stelle ich mir das durchaus sportlich vor. Daheim war ich entspannt und konnte alles in Ruhe durchgehen.

Das Schöne am Wählen, zumindest für mich: Man ist nicht darauf festgelegt, nur ein Kreuz bei einer Partei zu machen. Stattdessen kann man sich sein ganz persönliches „Dream-Team“ zusammenstellen – mir hat es nahezu diebischen Spaß gemacht, meine Top-Besetzung anzukreuzen und auch über Parteigrenzen hinweg Stimmen zu verteilen. Demokratie im Detail. Denn genau diese Personen, im Zweifel sind das ihre unmittelbaren Nachbarn, die Sie beim Einkaufen treffen, beim Arzt oder im Restaurant – sollen Ihre Interessen, Wünsche oder Bedenken künftig möglichst engagiert im Gemeinderat vertreten.

Irgendwie steckt da aber schon Ironie drin: In den vergangenen Wochen haben wir bei B304.de viele Stunden damit verbracht, in unserem Wahl-Sonderheft möglichst verständlich zu erklären, wie die Wahl funktioniert: wie viele Stimmen man hat, was „Panaschieren“ und „Kumulieren“ bedeutet und was einen Stimmzettel ungültig macht. Ich fühle mich fast, als hätte ich einen Doktortitel in Wahlkunde. Doch nach meinem eigenen Praxistest heute muss ich zugeben: Ganz ohne Innehalten und Überlegen ging es trotzdem nicht. Wie muss sich da ein Erstwähler fühlen? Hier nochmal ein Recap:

  1. Kumulieren (Häufeln): Sie können einem einzelnen Kandidaten bis zu drei Stimmen geben. Das erlaubt, bevorzugte Personen innerhalb einer Liste besonders zu unterstützen.
  2. Panaschieren (Mischen): Sie können Ihre Stimmen auf Kandidaten verschiedener Wahllisten verteilen.

Wer sich vor der Stimmabgabe noch einmal sortieren möchte, hat dazu kurzfristig Gelegenheit: Die VHS Vaterstetten überträgt heute ab 19.30 Uhr eine Informationsveranstaltung zur Kommunalwahl in Bayern auf YouTube (Kursnummer U0101). Referent Paul Gaedtke erklärt darin, wie das Wahlsystem funktioniert und beantwortet typische Fragen rund um Stimmzettel, Stimmenverteilung und Wahlablauf. Gaedtke ist seit vielen Jahren Dozent für Geschichte und Politik an verschiedenen Bildungseinrichtungen.

Die Veranstaltung kann bequem von zuhause verfolgt werden – per Livestream:
https://www.youtube.com/watch?v=My9a8NDQwts

Wer noch – wie ich – per Briefwahl abstimmen möchte, sollte sich allerdings nicht mehr allzu zu viel Zeit lassen. Die Unterlagen können bei der Gemeinde in der Regel bis Freitag, 6. März beantragt werden. Wer ganz sicher gehen will, holt sie direkt im Rathaus ab – und kann sie dort oft auch gleich ausfüllen und wieder abgeben. Für alle, die lieber die Stimmung im Wahllokal genießen möchten: Am Sonntag, 8. März können Sie von 8 bis 18 Uhr ihre Kreuzerl in dem Ihnen laut Wahlschein zugewiesenen Wahllokal machen.

Und dann wird es spannend: Alle Ergebnisse aus Haar, Vaterstetten und Grasbrunn gibt es am 8. März ab 18 Uhr laufend aktualisiert auf B304.de.

Bis dahin bleibt noch ein bisschen Zeit zum Überlegen, Abwägen – und zum Nachzählen.