Neue Regeln: Spritpreis springt hoch

von Markus Bistrick

Ab heute gilt die neue Preiserhöhungsregel für Tankstellen. Demnach dürfen nur noch einmal am Tag die Preise angehoben werden – um zwölf Uhr mittags. Das hat heute zunächst zu höheren Preisen geführt. Die Preise für Benzin und Diesel in Deutschland machten zur Mittagszeit einen deutlichen Sprung nach oben, wie der Automobilclub ADAC mitteilte. Unser Praxistest: An der Aral-Tankstelle an der B304 in Vaterstetten lag der Preis heute gegen 11.50 Uhr bei 2,089 Euro für Super E10 und 2,309 Euro für Diesel und um kurz nach 12 Uhr bei 2,149 Euro, bzw. 2,369 Euro. Das entspricht einem Preissprung von jeweils 6 Cent pro Liter.

Was bringen die neuen Regeln für Autofahrer konkret? Eigentlich nur so viel: Abwarten, ob der Sprit billiger wird, birgt zumindest bis zum nächsten Mittag kein Risiko. Teurer wird’s da sicher nicht.

Seit heute müssen sich Autofahrer von „alten“ Spritpreis-Weisheiten verabschieden: Abends ist es billiger? Kann man so nicht mehr sagen. Am Montagmorgen sollte man besser nicht tanken? Das ist Geschichte. Ab sofort gilt: Um 12 Uhr, wenn der Preis angehoben werden darf, ist Diesel und Benzin am teuersten. Preissenkungen sind jederzeit und unbeschränkt möglich. Heißt: Im Tagesverlauf und bis zum nächsten Vormittag sinkt der Preis dann ab, bis er um 12 Uhr wieder angehoben werden darf.

Denkt man von 12 Uhr mittags bis 12 Uhr mittags, ist der Preis dann immer am Folgetag am Vormittag kurz vor 12 Uhr am günstigsten. Auf den Tag gesehen kann es aber auch sein, dass der Preis etwa abends günstiger ist als am Vormittag. Autoclubs wie der ADAC und Tankstellenbetreiber bezweifeln, dass die Neuregelung einen großen Effekt haben wird. Experten raten dazu mit Apps die Preise der verschiedenen Tankstellen zu vergleichen.

Seit Beginn des Iran-Krieges steigen die Spritpreise stark – ab heute allerdings nicht mehr beliebig oft. Denn mit Inkrafttreten einer Neuregelung dürfen die Tankstellen die Preise nur noch einmal täglich um 12 Uhr erhöhen. Preissenkungen sind hingegen jederzeit möglich. Im Durchschnitt wurden die Preise an deutschen Tankstellen laut der Bundesregierung zuletzt 22 Mal pro Tag erhöht. Die schwarz-rote Koalition verspricht sich von der Änderung nach österreichischem Vorbild mehr Verlässlichkeit sowie mehr Transparenz.