“Um jede Veranstaltung kämpfen”

von Catrin Guntersdorfer

Noch bis Sonntag findet auf dem Vaterstettener Volksfestplatz der „Sommer Dahoam“ statt. Festwirt ist Christian Fahrenschon. Bereits in der 6. Generation betreibt der Rosenheimer mit seiner Frau Claudia Festzelte auf diversen Volksfesten in ganz Bayern. Und auch in den kommenden Jahren wird die Familientradition von Sohn Maximilian und Tochter Anna-Maria fortgesetzt werden.

Claudia und Christian Fahrenschon mit Tochter Anna-Maria und Sohn Maximilian. (Foto: Fahrenschon Festzelte)

„Als Familienvater macht mich das natürlich schon stolz, wenn ich sehe, dass meine Kinder das zu schätzen wissen, was ihre Eltern aufgebaut haben. Aber gerade in der momentanen Situation weiß ich nicht, ob sie die richtige Wahl getroffen haben“, sagt Fahrenschon gegenüber B304.de. Zum fünften Mal ist der Wirt heuer Veranstalter des Volksfests in Vaterstetten. Wie auch schon im Vorjahr, heißt es „Sommer Dahoam“ und ist eher überdachter Biergarten als Volksfest.

Keine einheitlichen Regeln

„Wir haben uns die letzten Monate so durchgewurschtelt, uns immer wieder neue Konzepte überlegt, mussten aber viele Federn lassen“, so Fahrenschon. Vor allem, dass sein Festzeltbetrieb nicht mit Biergärten und Freizeitparks von den Regeln her gleichgestellt ist, ärgert ihn. „Die haben schon seit Ewigkeiten geöffnet und wir müssen um jede Veranstaltung erneut kämpfen.“

“Das ist meine Protestfrisur”, erklärt Christian Fahrenschon, der sich aufgrund der Benachteiligung seiner Branche während der Coronapandemie die Haare nicht mehr geschnitten hat. (Foto: B304.de/ Catrin Guntersdorfer)

Derzeit gibt es für den Festzeltbetrieb laut Fahrenschon keine bayernweiten Regeln. „Das ist ganz schlimm. Jeder Landkreis entscheidet für sich selbst und wie er lustig ist. Was hier gilt, muss im Nachbarlandkreis noch lange keine Gültigkeit haben.“ Doch der 57-Jährige lässt sich nicht unterkriegen. Einmal Festwirt, immer Festwirt. “Auch wenn es ein Knochenjob ist und man von 7 Uhr morgens oft bis 1 oder 2 Uhr nachts am Werkeln ist, mir hat es immer Spaß gemacht und es ist einfach schön, den Leuten für 10 oder 14 Tage eine Freude zu machen und ihnen eine gute Zeit zu schenken!“ Und so ist die Familie Fahrenschon, die seit 2008 auch das Weißbierkarussell auf dem Oktoberfest in München betreibt, natürlich schon längst am Planen für die nächsten Wochen und Monate.

Public Viewing abgesagt

Nächster Halt soll Anfang Juli das Bürgerfest Unterföhring sein, bevor es dann weiter zum Volksfest nach Murnau und zum Waldsommer nach Geretsried geht. Die Wiesn fällt heuer bekanntlich aus. Übrigens: Das geplante Public Viewing beim „Sommer Dahoam“ muss ausfallen. Aufgrund der Hygieneregelungen ist das jedoch untersagt worden. “Das Landratsamt hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht, da ich zu wenig Toilettenwägen habe”, erklärt der Wirt. Da zur Fußballhalbzeit erfahrungsgemäß die Toiletten innerhalb kürzester Zeit stark frequentiert werden, hätte ein einzelner Wagen nach Auskunft des Landratsamtes nicht ausgereicht, um die Sicherheitsabstände einhalten zu können. „Das hätte mich dann alles in allem über 2000 Euro gekostet. Dazu noch die Kosten für die Übertragungsrechte, das hätte sich nicht gelohnt”, sagt uns Fahrenschon.

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