Der zuständige Mobilitätsausschuss des Landkreis München hat am vergangenen Dienstag der geplanten Variante der Kreisstraßenverleguung, die einer „Umfahrung Light“ Weißenfelds gleichkommt, einstimmig zugestimmt.
Hintergrund ist die notwendige Verlegung der Kreisstraße M18/EBE4 im Zuge des Umbaus des Autobahnkreuz München-Ost sowie der achtspurigen Erweiterung der A99. Die sogenannte Vorzugsvariante, mit der die bundeseigene Autobahn GmbH des Bundes die Maßnahme umsetzen will, entspricht einer Südumfahrung von Weißenfeld.
Ursprünglich wurden mehrere Varianten geprüft. In den Kriterien Raumverträglichkeit, Umweltaspekte, Kosten und Risiken setzte sich jedoch die Vorzugsvariante deutlich durch. Die Kosten für die Verlegung der Kreisstraße übernimmt vollständig der Bund, da es sich um eine Folgemaßnahme des Autobahnausbaus handelt. Für die Gemeinde Vaterstetten ist dies ein Glücksfall: Die Umfahrung wird ohne Belastung des Gemeindehaushalts realisiert. Die sogenannte „große Variante“, eine östliche Umfahrung von Weißenfeld, für die erst kürzlich rechtliche Planungssicherheit bestand, wäre angesichts der angespannten Haushaltslage der Gemeinde nicht umsetzbar gewesen, weshalb man die Planungen im vergangenen August endgültig beendete.

Im Ortsteil Weißenfeld rechnet man künftig mit rund 8.000 Fahrzeugen weniger pro Tag. Auch der Haarer Ortsteil Ottendichl soll laut Untersuchung spürbar entlastet werden: Hier werden etwa 4.800 Fahrzeuge täglich weniger erwartet. Landrat Christoph Göbel betonte: „Die Variante 5 ist die beste Lösung für den Landkreis München. Sie bringt spürbar weniger Verkehr für unsere Kommunen und verbessert die Verkehrssituation insgesamt.“

Grafik: Autobahn GmbH, NL Südbayern
Auch der Radverkehr wird neu organisiert. Der bestehende Radweg entlang der bisherigen Kreisstraße von Feldkirchen nach Weißenfeld entfällt. Stattdessen ist ein eigenständiger Radweg entlang der A99 vorgesehen.
Die Zustimmung des Ausschusses galt im Vorfeld als Formsache. Bereits zuvor hatten unter anderem die Gemeinden Haar und Vaterstetten ihre Zustimmung signalisiert. Zusätzlich forderte der Mobilitätsausschuss den Bund auf zu prüfen, inwieweit entlang der neuen Trasse Photovoltaikanlagen als ergänzende Energielieferanten errichtet werden können.
Der frühestmögliche Baubeginn für die Verlegung der Kreisstraße ist nach aktuellem Stand für das Jahr 2032 vorgesehen.
