Mit dem Briefkasten vor dem Rathaus kam Vaterstetten jahrelang in den Genuss der Sonntagsleerung. Damit ist seit Juni Schluss.
Viele kennen sie noch mit einem roten Punkt: Briefkästen, die auch am Sonntag geleert werden. Dass dieser Service seitens der Post ausgedünnt wird, kündigte sich letztes Jahr bereits an: die klar erkennbaren roten Punkte wurden durch QR-Codes ersetzt. Still und heimlich wurde dann zum 15. Juni die Sonntagsleerung in Vaterstetten abgeschafft.
Die Post begründet dies B304.de gegenüber mit der Wirtschaftlichkeit und der sinkenden Nachfrage: 39 Millionen Briefe werden werktäglich eingeworfen – vor 10 Jahren waren es noch über 46 Millionen. Dennoch sei man bei der Anzahl der Briefe weitgehend stabil geblieben: Die Anzahl der Standorte, aktuell gut 108.000 deutschlandweit, nahm in diesem Zeitraum um nur 2.000 ab. Abgebaut wurde im vergangenen April unter anderem der Briefkasten vor der ehemaligen Post in Baldham.
Dass die Anzahl der Briefkästen nur sehr geringfügig sinkt, liegt auch am Gesetz: Binnen maximal 1.000 Metern Fußweg muss jeder Bürger einen Briefkasten erreichen können – die Reduktion ist für den Bonner Konzern daher schwierig, im Baldhamer Fall reichen die umliegenden Briefkästen zur Erfüllung der Versorgungspflicht jedoch knapp aus, weshalb der Standort ersatzlos gestrichen werden konnte.
Deutlich einfacher umsetzbar ist für die Post die Streichung der Leerung zu Randzeiten – im gesamten Landkreis Ebersberg gibt es nun keinen Briefkasten mehr, der sonntags geleert wird. Wer seine Briefe dennoch am Sonntag abholen lassen will, muss bis nach Trudering (Lehrer-Götz-Weg) oder zum Ostbahnhof fahren und die Post dort einwerfen.
