Bei der Mitgliederversammlung des FC Anzing Parsdorf am Dienstagabend wurden zwei Vorstandsmitglieder verabschiedet und zwei neue Vorstandsämter geschaffen. Nach der Fusion der Vereine aus Parsdorf und Anzing verzeichnet der Club zudem einen deutlichen Mitgliederzuwachs.
Der Vereinsvorsitzende Konrad Rauch blickte auf ein bewegtes Jahr zurück. Seit der Fusion sei der Verein auf 445 Mitglieder angewachsen – ein Plus von knapp 100 Mitgliedern. Das Angebot des Vereins werde gut angenommen, so Rauch. Als Ortsverein sei es die Aufgabe, ein Sportangebot vor Ort zu schaffen und „möglichst alle für Sport zu begeistern“.
Dazu beitragen soll unter anderem ein mobiler Soccer-Court. Der 10 mal 15 Meter große transportable Fußballplatz soll zunächst im Herbst in Parsdorf aufgestellt werden und ein niedrigschwelliges Angebot für den Einstieg in den Fußballsport schaffen. Nach der Nutzung durch die Schule am Vormittag soll die Anlage auch der Allgemeinheit zur Verfügung stehen. Ermöglicht wurde die Anschaffung durch zahlreiche Sponsoren.
Ein weiterer Meilenstein war die Einführung einer Jugendphilosophie. Diese umfasst unter anderem einen Verhaltenskodex für alle Beteiligten – einschließlich der Eltern. Jugendleiter Roland Pumm berichtete, dass im vergangenen Jahr allein im Jugendbereich 1.120 Trainingsstunden absolviert wurden.
Herrenfußball vor Umbruch
Weniger erfreulich verlief die sportliche Entwicklung im Herrenbereich. Da der „Kader immer dünner“ geworden sei, steigt die erste Mannschaft aus der Kreisliga ab. Mit einem neuen Trainerteam soll nun ein Umbruch gelingen. Die erste Mannschaft startet künftig in der Kreisklasse unter der Leitung von Wolfgang Mayr und Christian Eichinger. Die zweite Mannschaft spielt künftig in der B-Klasse und wird von Christian und Thomas Aschenbrenner trainiert. Der Wunsch, statt in der A- in der B-Klasse anzutreten, kam laut Verein direkt aus der Mannschaft. Eine dritte Mannschaft wurde nicht mehr für den Spielbetrieb gemeldet.
Sportgelände bleibt Zukunftsthema
Auch die Situation der Sportanlagen war Thema der Versammlung. Einerseits benötige der Verein mehr Hallenkapazitäten, andererseits müssten die Rahmenbedingungen für den Fußball langfristig gesichert werden, sagte Rauch. Die geplante Erweiterung des Sportgeländes ist Bestandteil der Agenda 2035 der Gemeinde und werde den Verein weiter begleiten.
Mit dem Grundstückskauf von der Landeshauptstadt habe die Gemeinde bereits ein klares Signal gesetzt, erklärte der Zweite Bürgermeister Maximilian Mack (CSU). Die finanzielle Situation der Gemeinde sei zwar „nicht rosig“, dennoch wolle man das Maximum herausholen. Auch Anzings Bürgermeisterin Kathrin Alte verwies auf die angespannte Finanzlage der Kommunen und der des Landkreises. „Mit Hagel und Sturm“ werde sich diese auf die Kommunen auswirken. Der Vorsitzende Rauch bezeichnete die Erweiterung als „wahnsinnig schwieriges“ Projekt. Man könne froh sein über das, was man habe.
Weiterhin einheitlicher Mitgliedsbeitrag
Der Vorstand hatte vorgeschlagen, den jährlichen Fußballbeitrag von bislang pauschal 160 Euro auf 200 Euro für Jugendliche und 180 Euro für Erwachsene anzuheben. Aus den Reihen der Mitglieder wurde jedoch Unverständnis über die unterschiedliche Beitragshöhe geäußert. Schließlich einigte sich die Versammlung auf einen einheitlichen Jahresbeitrag von 190 Euro – unabhängig vom Alter.
Einstimmig beschlossen wurde außerdem, dass für ehrenamtlich geleistete Trainerstunden künftig Spendenquittungen ausgestellt werden können, sodass die Tätigkeit steuerlich geltend gemacht werden kann.
Nicht nur im Fußball aktiv
Neben Fußball bietet der FC Anzing Parsdorf auch Volleyball an. Wie Abteilungsleiterin Alexandra Kopp berichtete, gingen in der vergangenen Saison zwei U18-Mannschaften in der Bezirksklasse Oberbayern an den Start. Für die Jahrgänge 2009 bis 2014 konnte zudem ein Athletiktraining angeboten werden. Aktuell sucht die Abteilung nach einer neuen Trainerin oder einem neuen Trainer.
Ebenfalls unter dem Dach des Vereins wird Calisthenics angeboten. Bei dieser Form des Krafttrainings wird ausschließlich mit dem eigenen Körpergewicht gearbeitet. Online sehe man häufig nur das „High Level“ der Sportart, erklärte Jürgen Köppel. Das sei, als würde man die Fußball-Bundesliga oder Weltmeisterschaft anschauen und anschließend erwarten, das ebenfalls zu können. In Parsdorf wolle man deshalb bewusst ein Angebot für alle schaffen. Zu einem der drei wöchentlichen Trainingstermine können auch Kinder mitgebracht werden. Die Entwicklung der Abteilung ist beachtlich: Während sie 2024 noch zehn Mitglieder zählte, trainieren heute regelmäßig 40 Erwachsene und zwölf Kinder – einige nehmen dafür sogar den Weg aus Mühldorf auf sich.
Änderungen im Vorstand
Bei den turnusmäßigen Neuwahlen gab es mehrere personelle Veränderungen. Konrad Rauch bleibt Erster Vorsitzender. Neuer Zweiter Vorsitzender ist Florian Stanglinger. Jonas Pfeiffer bleibt Schatzmeister, Tim Lehrmann Schriftführer und Alexandra Kopp Volleyball-Abteilungsleiterin.
Neu geschaffen wurde der Posten des Sportlichen Leiters, der künftig als Bindeglied zwischen Jugend- und Erwachsenenbereich dienen und die internen Abläufe verbessern soll. Dieses Amt übernimmt Roland Pumm. Sein bisheriges Amt als Jugendleiter geht an Dominik Härtl, neuer stellvertretender Jugendleiter wird Uli Daffner.
In der Fußballabteilung wurde Florian Huber zum neuen Abteilungsleiter gewählt. Neu eingeführt wurde außerdem das Amt eines zweiten Abteilungsleiters, das künftig Pero Klepsch übernimmt.

Unten, v.l.: Florian Stanglinger (2. Vorsitzender), Pero Klepsch (2. Abteilungsleiter Fußball), Jonas Pfeiffer (Schatzmeister), Konrad Rauch (1. Vorsitzender).
Nicht im Foto: Alexandra Kopp (Abteilungsleiterin Volleyball), Florian Huber (1. Abteilungsleiter Fußball)
Foto: Leon Öttl / B304.de
Konrad Rauch verabschiedete den bisherigen Zweiten Vorsitzenden Helmut Furtmair und dankte ihm für die gute Zusammenarbeit. Furtmair habe einen wesentlichen Beitrag zur Fusion der Vereine aus Parsdorf und Anzing geleistet. Seit 2016 gehörte er dem Vorstand an.
Eigentlich sei er „gar kein Fußballer“, sagte Furtmair, doch die Zeit im Verein, in der er viel gelernt habe, sei „toll“ gewesen. Entsprechend blicke er mit Wehmut auf seine Amtszeit zurück. Gleichzeitig wolle er eine „Lanze für das Ehrenamt brechen“: Das Engagement – sei es im Fußball oder in der Kommunalpolitik – gebe ihm ein „saugutes Gefühl für die Zukunft“. Auch wenn die Fusion deutlich aufwendiger gewesen sei als zunächst erwartet, habe ihm die Arbeit immer Freude bereitet.

Ebenfalls aus dem Vorstand verabschiedet wurde Peter Rauch, bisher Abteilungsleiter Fußball. Er blickte auf eine „brutal geile Zeit“ zurück.

