Erneut Schockanrufe gemeldet

von Leon Öttl

Wie uns die Polizeiinspektion Poing mitteilt kam es am Freitagvormittag erneut zu Schockanrufen im Gemeindegebiet Vaterstetten. 

Erst am Mittwoch waren Täter mit dieser Masche erfolgreich: eine 92-jährige Seniorin aus Baldham übergab einem Boten Schmuck im Wert von rund 50.000 Euro (B304.de berichtete). 

Die Vorgehensweise ist dabei immer ähnlich, wie Kriminaloberkommissar Jacek Kendzia vom Polizeipräsidium Oberbayern Nord erklärt:  Die Täter geben sich entweder als Verwandte oder Bekannte aus und schildern eine angebliche Notlage z.B. ein unerwarteter Autokauf, eine schwere Krankheit oder eine akute finanzielle Not. Bekannt ist hier etwa der sogenannte „Enkeltrick“. 

Im anderen Fall, wie am Mittwoch, erfolgen Anrufe angeblich im Namen von Polizei, BKA oder LKA. Vorgetäuscht wird etwa ein schwerer Verkehrsunfall durch ein Familienmitglied, das nun in Haft sitzt oder eine geheime Ermittlung gegen eine kriminelle Bande.

Das Ziel bei beiden Anrufarten: Bargeld, Wertgegenstände oder Schmuck zu erlangen. 

Im nächsten Schritt werden sogenannte „Abholer“ geschickt, die das Geld oder die Wertsachen persönlich entgegennehmen. In einigen Fällen werden die Geschädigten mit telefonisch bestellten Taxis sogar zu ihrer Bank gefahren, um Geld abzuheben.

Bei den Anrufen wird großer Druck ausgeübt. Die Täter halten ihre Opfer teils stundenlang am Telefon oder rufen ununterbrochen an. Oft lassen sie dem Opfer kaum Zeit zum Nachdenken oder zum Beenden des Gesprächs. Diese ständigen Anrufe dienen auch dazu, zu verhindern, dass die betroffene Person Kontakt zur Polizei oder zu Familienangehörigen aufnimmt, die möglicherweise Zweifel äußern oder Hilfe anbieten könnten.

Wer am Telefon mit einer angeblichen Notlage von Angehörigen unter Druck gesetzt wird, sollte sofort auflegen und die betroffene Person selbst unter der bekannten Telefonnummer kontaktieren. Die Polizei selbst holt niemals selbst Bargeld, Wertgegenstände oder Schmuck ab. Im Zweifel: rufen Sie die 110 an. 

Weitere Informationen zu Telefonbetrug stellt die Bayerische Polizei auf ihrer Website zur Verfügung.