Energiezentrale kommt in den Technopark

von Leon Öttl

Wie Grasbrunns Bürgermeister Sebastian Stüwe bei der Bürgerversammlung bekannt gab, ist ein Standort für die Energiezentrale gefunden – in hohen Kellerräumen des Technoparks. Mit den Eigentümern sei man sich „grundsätzlich einig“, so der Bürgermeister. Die Fläche im Keller „reicht vollkommen aus“, erklärt Stüwe, gefolgt von Applaus vieler der rund 150 anwesenden Gäste. Im Vorfeld war eigentlich ein Neubau auf dem bisherigen Bolzplatz mit rund 950 Quadratmetern Geschoßfläche vorgesehen. Dagegen regte sich großer Protest, eine Petition gegen den Standort erhielt knapp 200 Unterschriften. Mit der neuen Lösung ist gar kein Flächenverbrauch mehr vorgesehen. 

Die Energiezentrale ist im Zuge des Geothermie-Projektes notwendig. Sie dient als Übergabestation für das warme Wasser zwischen Vaterstetten und Grasbrunn. Verantwortlich für die Bohrung und Förderung ist die GEMO, ein Zusammenschluss der Kommunen Vaterstetten, Grasbrunn, Haar sowie Zorneding. Für den Netzausbau sowie die Versorgung der Haushalte sind dann jeweils kommunale Unternehmen der Gemeinde selbst zuständig – in Vaterstetten beispielsweise die Gemeindewerke.

In Grasbrunn soll mit dem Ausbau 2028 begonnen werden. Angeschlossen werden sollen unter anderem die gemeindlichen Liegenschaften. Auch zum geplanten Trassenverlauf gibt es bereits ein konkretes Vorhaben: „wir werden relativ schnell nach Grasbrunn gehen“, so Stüwe. Auch eine konkrete Visualisierung des Ausbaugebiets gibt es bereits. Darin festgelegt sind priorisierte Ausbaugebiete. Wichtig sei, verantwortungsvoll auszubauen, bekräftigt Stüwe. „Wir müssen einen Endkundenpreis haben, der konkurrenzfähig ist“. Das bedeute auch, dass Anschlüsse nur gelegt werden, wenn sich genug Abnehmer finden. Konkrete Angaben zum Preis könne man noch nicht geben – es sei jedoch eine Informationsveranstaltung im Frühjahr geplant. 

Im Ortsgebiet Neukeferloh sind folgende Prioritäten vorgesehen

Doch bevor es mit dem Netzausbau los geht, muss man in rund drei Kilometern Tiefe jedoch „fündig“ werden – sprich: auf ausreichend heißes Wasser treffen, um genug Energie bereitzustellen. Die Chancen dafür stehen gut. Die erste Bohrung startet im kommenden Jahr, 2028 soll es dann ein Ergebnis der Fündigkeit geben. Ab 2029 könnte dann erstmals Wärme aus dem Untergrund in die Netze eingespeist werden.

Auch Grasbrunn soll erschlossen werden. Foto: Leon Öttl / B304.de