Beim Neujahrsempfang in Vaterstetten ehrte Bürgermeister Leonhard Spitzauer (CSU) engagierte Bürgerinnen und Bürger. Zugleich blickte er zuversichtlich auf das neue Jahr, das für die Gemeinde mit einer guten Nachricht des Ministerpräsidenten beginnt.
Nach dem Besuch der Sternsinger dankte Spitzauer allen Ehrenamtlichen für ihr großes Engagement. Die beiden großen Bauprojekte – das Kinderhaus St. Anna sowie der Hort-Neubau – liefen planmäßig. Dank eines Förderprogramms investiere die Gemeinde derzeit stark in den Sport: Der Kunstrasenplatz in Vaterstetten werde saniert, in Parsdorf sollen sowohl das Sportheim als auch ein Kunstrasenplatz realisiert werden, zudem unterstütze man den Bau der SCBV-Tennishalle finanziell.

Dabei ließ sich der Bürgermeister einen Seitenhieb nach Berlin nicht nehmen: „Bei Katastrophenlagen greife ich nicht – wie der Regierende Bürgermeister von Berlin – zum Tennisschläger. Als ehemaliger Feuerwehrkommandant weiß ich: In der Krise steht man nicht auf dem Tennisplatz, sondern in der Einsatzleitung.“
Auch den Spagat zwischen Bürokratieabbau und Sicherheitsbedürfnis sprach Spitzauer an. Er verwies auf die Überfahrtaten des vergangenen Jahres sowie auf den jüngsten Brand in einer Bar in der Schweiz als mahnende Beispiele dafür, dass „Schutzkonzepte, Genehmigungen und Kontrollen keine bloßen Formalien sind“. Beides müsse „verantwortungsvoll ausbalanciert“ werden. Ziel sei es, dass in Vaterstetten keine Veranstaltung daran scheitere, „dass man sich allein gelassen fühlt oder an formalen Hürden verzweifelt“.
Eine besonders erfreuliche Nachricht erreichte den Bürgermeister zu Jahresbeginn aus der Staatskanzlei: Das Wohnbauprojekt im Vaterstettener Nordwesten erhält die beantragte Förderung des Freistaats. Das Projekt hatte auf der Warteliste gestanden, da die Fördermittel zunächst ausgeschöpft waren. Ohne Zuschüsse hätten keine günstigen Mieten angeboten werden können. Geplant sind 152 Wohnungen, die vor allem an Menschen aus der Daseinsfürsorge vermietet werden sollen.
Im Anschluss an die Rede sprach Ralf Wintergerst, Vorsitzender der Bürgerstiftung, und warb um Spenden. Nicht alle Probleme könne der Staat lösen, es gebe immer „Lücken, die dazwischen liegen“. Das „Wiederkehren des Gemeinwohls“ werde für das gesellschaftliche Zusammenleben in den kommenden Jahrzehnten eine zentrale Rolle spielen.

Auch zahlreiche Ehrungen standen auf dem Programm: Matthias Hackl erhielt in Abwesenheit einen Wappenkrug für 25 Jahre aktiven Feuerwehrdienst bei der FFW Baldham. Andreas Schiessler wurde für 40 Jahre aktiven Dienst bei der FFW Vaterstetten mit der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet.

Ebenfalls die silberne Ehrennadel erhielt Günter Glier. Er habe technische Kompetenz, kulturelles Engagement und kommunalpolitische Verantwortung in vielfältiger Weise eingebracht – von kirchlicher und musikalischer Arbeit über Umwelt- und Klimaschutzprojekte bis hin zu prägenden Beiträgen in der Gemeinderatsarbeit. „Viele seiner Impulse wirken bis heute fort“, so der Bürgermeister.

Auch Georg Kast wurde geehrt. Er war vor 20 Jahren zur Gemeinde gekommen und bis Ende vergangenen Jahres tätig – zunächst als geschäftsleitender Beamter, später als Wirtschaftsförderer und persönlicher Referent der Bürgermeister. Zeitgleich wirkte er am Aufbau des Kommunalunternehmens mit. „Er war Gedächtnis, Ratgeber und fachliche Konstante“, würdigte Spitzauer.

Einen Wappenlöwen erhielten die im vergangenen Jahr ausgeschiedenen langjährigen Vorsitzenden der Städtepartnerschaftsvereine mit Allauch und Trogir. Ursel Franz führte den Allauch-Verein seit 2010 als Gründungsvorsitzende und habe „Räume für Begegnung, Vertrauen und lebendigen kulturellen Austausch geschaffen“. Michael Baier stand seit der Begründung der Partnerschaft mit Trogir im Jahr 2009 dem Verein vor. Sein Engagement sei auch über die Gemeindegrenzen hinaus anerkannt worden.

Ein „Stück Heimat“ erhielten drei Geehrte, darunter Günther Lenz, dem die Auszeichnung in Abwesenheit verliehen wurde. Über 30 Jahre war er Gemeinderat, sechs Jahre davon dritter Bürgermeister, und setzte sich besonders für Sport und Gemeinschaft ein.
Ebenfalls ausgezeichnet wurde Sepp Schmid, der sich von 2008 bis 2025 im Gemeinderat engagierte. Als langjähriger Funktionär des SCBV prägte er den Verein nachhaltig und stellte stets dessen Wohl in den Mittelpunkt seines Handelns.
Ein drittes „Stück Heimat“ erhielt Walter Bayerlein. Er zählt zu den Gründungsmitgliedern des TSV und habe sich über Jahrzehnte hinweg weit über die Gemeinde hinaus verdient gemacht. Besonders am Herzen liege ihm der Schwangerenberatungsverein Donum Vitae.

Musikalisch umrahmt wurde der Abend von der Ammerthaler Blasmusik sowie der Big Band Vaterstetten. Für das leibliche Wohl sorgten in diesem Jahr zwei gemeindliche Betriebe: Die Gäste wurden mit einem Flying Buffet vom Purfinger Haberer und der Landlust verwöhnt.


