Grasbrunn bleibt eine der sichersten Gemeinden der Region. Dennoch warnt die Polizei davor, sich von den niedrigen Einbruchszahlen in falscher Sicherheit wiegen zu lassen. Bei der diesjährigen Bürgerversammlung stellte der stellvertretende Leiter der zuständigen Polizeiinspektion, Stephan Jochim, die aktuelle Sicherheitslage vor.
Die Grasbrunner leben sehr sicher – das gelte auch in diesem Jahr, so Jochim. Mit 190 gemeldeten Delikten im Jahr 2025 sei Grasbrunn weiterhin die sicherste Gemeinde im Zuständigkeitsbereich der Inspektion. Dennoch ist die Zahl der Straftaten gestiegen: Im Vorjahr waren es noch 176 Delikte, was einem Anstieg um rund acht Prozent entspricht. Für das laufende Jahr sei hingegen ein Rückgang zu erwarten: „Deutlich weniger Straftaten“ habe es bislang gegeben, so der Polizeihauptkommissar. Auch bei den relativen Zahlen steht Grasbrunn gut da: Mit 27 Taten je 1.000 Einwohner im Jahr 2025 (2024: 25) liegt die Gemeinde unter dem Durchschnitt des Landkreises, Bayerns und der Landeshauptstadt München. In Letzterer werden etwa doppelt so viele Taten pro Kopf registriert.

Eine höhere Zahl gehe nicht zwingend mit einer schlechteren Sicherheitslage einher, gab Jochim zu bedenken. So könnten etwa zehn Graffiti-Schmierereien desselben Tatverdächtigen die Statistik bereits um zehn Straftaten erhöhen. Erfreulich ist auch die Entwicklung bei den Verkehrsunfällen: Hier gab es einen Rückgang von 140 auf 124.
„Nichts an Aktualität verloren“ habe der Callcenter-Betrug. Erst in diesem Jahr sei es in der Gemeinde zu einem Schadensfall gekommen. In einem anderen Fall wurde ein betrügerischer Anruf von Anfang an durchschaut und die Polizei informiert. Bei der anschließenden Übergabe konnte ein Tatverdächtiger festgenommen werden.
Nicht erklären könne man sich hingegen die niedrige Zahl der Wohnungseinbrüche im Gemeindegebiet: 2024 waren es noch drei Taten, im vergangenen und im laufenden Jahr jeweils nur eine. Grasbrunn habe „verdammt Glück gehabt“, sagte Jochim. Denn eigentlich sei die Gemeinde durch ihre Autobahnnähe für Einbrecher besonders attraktiv. Die bisherige „Verschonung“ sei daher nicht zu erklären. Die niedrigen Fallzahlen vermittelten eine „trügerische Sicherheit“.
Jochim betonte deshalb, dass Prävention unabdingbar sei. Gerade in den dunklen Monaten würden Täter gerne zuschlagen. Zugleich appellierte er an die Bürger, verdächtige Autos, Personen oder Geräusche über den Notruf 110 zu melden. Man komme lieber zweimal umsonst als einmal zu spät, so der Polizeihauptkommissar. Die meisten Tatverdächtigen im Bereich Einbruchsdiebstahl würden dank Hinweisen aus der Bevölkerung gestellt.
