„Zu dritt mehr als ein Jahrhundert italienische Kochkunst“ – so schrieb es Domenico „Mimmo” Pace, Gastgeber und Chef des Restaurants Da Mimmo in Baldham, in einem kurzen Grußwort zu seinem Menü „Cucina Tricolore”. Zusammen mit seinen Kochfreunden Piero Lamanna (Foto Mitte) und Cosimo „Mimmo” Ruggiero (Foto links) entstand am Nikolausabend ein 6-gängiges Menü, das ihre jahrelange Freundschaft feiern sollte und sich wie eine kulinarische Reise durch gemeinsame Erinnerungen zog. Jeder Gang trug die Handschrift eines anderen, aber in Kombination entstand ein stimmiges Ganzes: traditionell, handwerklich präzise, mit einer Wärme, die man nicht spielen kann – sie entsteht nur, wenn Menschen sich wirklich etwas zu sagen haben.
Drei Köche, drei Lebenswege, eine gemeinsame Vergangenheit – das Band zwischen Mimmo, Mimmo & Piero ist immer noch genau so eng wie früher. Früher, das war, als Mimmo mit nur 15 Jahren aus Sizilien ganz allein nach München trampte. Was er da genau machen würde, wusste er nicht, er verdiente sein Geld zunächst als Tellerwäscher im La Cambusa in Denning. Dort lernte er Chef Piero kennen, der zu seinem Mentor wurde. „Er hat mich in diese Welt geführt, an mich geglaubt und geformt, mit Disziplin, Leidenschaft und dem Herzen am rechten Fleck.” Und er war streng zu seinem Schützling: „Er trieb mich an, Kochbücher zu lesen, Rezepte immer und immer wieder zu kochen und Perfektion zu lernen. Das war die allerbeste Schule. Ohne ihn wäre ich nie ein Koch geworden, und schon gar nicht der Koch, der ich heute bin.“
Piero und Mimmo verloren sich nie ganz aus den Augen, auch wenn ihr Weg sie durch verschiedene Küchen führen sollte. Nach Stationen unter anderem im Da Pippo in Bogenhausen – heute das beliebte Aquarello von Mario Gamba – lernte Mimmo den „zweiten Mimmo”, Mimmo Ruggiero kennen. Der hatte für sein Hippocampus sogar – als erster Italiener in München – einen Michelin-Stern bekommen und wurde für Pace zum zweiten Lehrmeister. „Er zeigte mir, was es bedeutet, mit allen Sinnen zu kochen und Kochen auf höchstem Niveau als Gesamtkunstwerk zu sehen.” Dann, 1994, zog es Mimmo schließlich nach Baldham: Im „Da Nerone”, wie das heutige “Da Mimmo” vormals hieß, wurde er endlich sein eigener Chef. Und ist es bis heute.
Eines muss man neidlos anerkennen: Wie man feiert, das wissen sie einfach, die Italiener. Ein bisschen Live-Musik, gutes Essen, stimmige ehrliche Weine, dazwischen ein herzliches “Ciao, Bella” – und schon wird aus einem ganz normalen Abend etwas unvergessliches. Ein Abend, der zeigt, was italienische Gastronomie im Grunde ausmacht: Leidenschaft, Respekt, Familie – denn Freunde, das ist die Familie, die man sich aussucht.

Das Leben hat die drei Köche in unterschiedliche Richtungen geschickt – verschiedene Restaurants, verschiedene Städte, unterschiedliche Karrieren. Was geblieben ist: eine Freundschaft, die sich nicht verbiegen lässt, und eine unerschütterliche Liebe zur italienischen Küche.





